Phänomen Heilung

Kapitel 7

Wenn Energie nicht fließt, können Krankheiten entstehen

Krankheiten entstehen dort, wo wir unsere Verantwortung, die wir für uns selbst haben, nicht ausreichend wahrnehmen – wenn wir vergessen, dass wir nicht dazu geboren wurden, um irgend-einen Zweck zu erfüllen, sondern um mit unserem Körper in diesem Leben Erfahrungen zu machen.
Denn unser Körper steht uns wie ein wunderbares Vehikel zur Verfügung, für all unsere Abenteuer und Erfahrungen. Doch von vielen Menschen wird der eigene Körper nicht wirklich als ein solches wunderbares Gefäß wahrgenommen und geschätzt – im Gegenteil: Ihnen gilt der Körper eher als Beiwerk oder als etwas, das wir in die eine oder andere Richtung zerren können, um es an unsere Vorstellungen anzupassen. Und oft sind es noch nicht einmal unsere eigenen Vorstellungen, sondern Widerspiegelungen von fremden Vorgaben, die uns sagen, wie dick oder dünn, groß oder klein wir sein sollen. Wir betrachten unseren Körper teilweise wie einen Klumpen Lehm, den wir formen wollen, oder wie ein Accessoire, das wir nach Belieben auswechseln oder ergänzen können – und damit aus einer Haltung heraus, die alles andere als verantwortlich ist. Wir wälzen uns morgens aus dem Bett, schleppen uns durch den Tag und ärgern uns, wenn irgendetwas – ein Pickel, ein Kratzen im Hals, ein Ziehen im Bein – dann eben mal nicht so ist, wie es sein sollte, und der Körper unsere Aufmerksamkeit beansprucht oder sogar erzwingt.

Für uns ist wichtig, dass Sie verstehen, dass unserem Körper eine wichtige Rolle zukommt, da er uns für unsere Abenteuer und Erfahrungen als Basis zur Verfügung steht. Unser Körper kann nur dann krank werden, wenn wir nicht erkennen, dass unser Ursprung und unsere religio – also unsere Rück-Anbindung an unseren Ursprung – unterbrochen ist. Nur wenn ich weiß, was mein Ursprung ist, kann ich ein tieferes Verständnis darüber bekommen, was ich tun muss, um gesund zu bleiben.

Wenn wir unseren göttlichen Ursprung zulassen, sind wir mit einer höheren Intelligenz verbunden. Und nur, wenn wir dieses Bewusstsein verlassen, entsteht Disharmonie. Jeder, der in seiner inneren Mitte ist und dadurch das Göttliche in sich erkannt oder angenommen hat, ist in einem größeren Schutz vor Krankheiten. Denn unser Ursprung ist durch eine Ausstrahlung von Harmonie und durch ein Sehnen nach Gleichgewicht bestimmt. Auf der körperlichen Ebene bedeutet dieses Sehnen nach Gleichgewicht, gesund sein zu wollen.

Wir schaffen also durch eine innerliche Disharmonie selbst die Voraussetzungen für Krankheiten. Wir tun in unserem Leben unbewusst oder bewusst Dinge, die sich gegen uns selbst richten, oder rutschen in alte Muster und Gewohnheiten, die uns nicht fördern, sondern behindern. In dieser Weise gegen den Strom des Lebens zu schwimmen, kostet uns sehr viel Kraft und führt schließlich zur Erschöpfung.
Jeder von uns hat auf der körperlichen Ebene nur ein bestimmtes Kraftpotenzial zur Verfügung, und wenn man auf seiner eigenen Liste mehr Punkte gegen sich selbst als für sich selbst stehen hat, kann man ausrechnen, wie lange man das noch aushält. Unser Kraftpotenzial kann auch durch schlechte Nahrungsmittel, Drogen, Rauchen, Alkohol, zu fettes Essen, Stress und Überforderung oder sogar durch eigene schlechte Gedanken aufgezehrt werden, da sich unser Körper durch die energetischen Konflikte, die in ihm ausgetragen werden, entzündet.

Vielleicht werden Sie sich jetzt fragen: Warum sollte ich denn bewusst gegen mich selbst arbeiten? – Selbstverständlich würde sich niemand bewusst und absichtlich krank machen, auch wenn wir durch Gewohnheiten und Süchte schleichend Krankheiten in uns aufbauen. Aber bei solchen scheinbar gut überschaubaren Prozessen kommen auch noch alte Muster und Blockaden als Speicherungen mit ins Spiel, die sehr stark sein können. Daher genügt es auch nicht, nur den eigenen göttlichen Ursprung zu verstehen, da diese Blockaden sonst immer noch energetisch aktiv wären.
Menschen, die nahezu ohne Blockaden sind, haben sich in ihrem Bewusstsein so weit entwickelt, dass sie von Licht durchdrungen sind und sich nicht in neue Süchte oder Krankheiten mehr verstricken wollen. Die Ablösung alter Muster kann dann auch in Form von sanften „Durchbrüchen“ stattfinden, die körperlich kaum wahrnehmbar sind oder höchstens von ein paar Stunden Unwohlsein begleitet werden. Voraussetezung dafür ist aber, dass wir die Energien bewusst fließen lassen und mit unserer vollen Kraft und unserem Willen am Entwicklungsweg festhalten.

Es ist also umso notwendiger, sich selbst mit seiner Seele in Klärung zu bringen, um die darin gespeicherten Erfahrungen zu durchleuchten und ihre behindernde oder beeinträchtigende Wirkung aufzulösen. So können die Energien wieder frei fließen, und die Speicherungen machen uns nicht mehr krank, da wir Ihnen keine Angriffsfläche mehr bieten. Die Angriffe wirken bei jedem anders, je nachdem, wie groß die Kraftreserven sind. Junge Menschen können mit den gleichen Dingen in Resonanz stehen, ohne dass sie krank werden – aber irgendwann lässt die Regenerationskraft nach, weil der Körper gewohnt ist zu altern und die Energien sich nicht mehr neu aufbauen können. Unsere Regenerationskraft kann aber durch das Bewusstwerden unserer Mitte gestärkt werden.
Wenn wir also nicht wissen, wo unsere Mitte ist, und damit nicht wissen, was für uns oder gegen uns arbeitet, so geschieht dies fast immer unbewusst. Etwa wenn wir gegen unser Gewissen oder gegen unsere eigene Lebenskraft handeln oder wenn sich in uns Existenzangst ausbreitet. Diese Sorgen können eine enorme Erschöpfung verursachen. Der innere Druck, erfolgreich zu sein, zu werden oder zu bleiben, den Arbeitsplatz zu bewahren oder den Partner nicht zu verlieren, kann sich wie eine Spule als Information in uns abspeichern und führt zu einem Druck, der die Organe angreifen kann.

Ein seelisches Sich-nicht-gut-Fühlen geschieht selten von einem Moment auf den anderen. Es gibt immer eine Vorgeschichte, und nur die sprichwörtliche Spitze des Eisberges ragt aus dem Wasser.
Was passiert also auf die Dauer mit dieser Not? Ob sie in uns schwelt oder eine scheinbar äußere Not ist – sie wird unsere Seele in jedem Fall bedrücken. Bei manchen überträgt sich das direkt auf den Körper, und es entstehen Migräne oder Magenschmerzen. Andere können dem Druck – vermeintlich – lange standhalten, implodieren dann aber förmlich. Wie lange also schaffe ich es, die innere Not, die wie auf einer inneren Flamme vor sich hin köchelt, im Zaum zu halten?
Durch die Not entsteht eine Enge und Begrenzung im Menschen, die meistens fühlbar und spürbar ist – denn Enge macht handlungsunfähig und behindert unsere Ausdrucksfähigkeit. Diese Beeinträchtigung führt zu einem Stau der Energien, und Potenziale, die in uns liegen, können sich nicht entwickeln. Wer kann schon mit dröhnenden Kopfschmerzen einen guten Vortrag halten und die Zuhörer mitreißen?
Wenn sich jemand beispielsweise über Jahre von Autoritäten unter Druck gesetzt fühlt, ist es eine natürliche Reaktion, dass sich dieser Druck auf die Handlungsfähigkeit und auch auf das kreative Potenzial dieses Menschen auswirken kann. Die Kreativität leidet, und eine gute Arbeit wird behindert. Verdrängen ist hier kein guter Ratgeber, weil die Themen sich dann sowohl über Träume als auch über andere Ebenen wieder bemerkbar machen.   
Bin ich ständig in meiner Mitte und ausgeglichen, wird in mir eine Ruhe mitschwingen, und ich würde Freude haben. Wenn ich jedoch im Ausdruck ohne Freude bin, baue ich gleichzeitig eine Gegenenergie auf, die das seelische Gleichgewicht stört und mich in einen gehetzten Zustand bringt.
Wir werden krank, wenn wir das Fließen des Lebens zu sehr als gegen uns gerichtet empfinden, vor dem nächsten Tag Angst haben, wir vor Sorgen keine Ruhe finden oder einen Großteil unserer Kräfte für Abwehr, Verdrängen und andere Formen des Ausweichens aufwenden. Dazu zählt auch der Versuch, in Drogen oder Süchten einen Ausweg aus der Angst, der Sorge, dem Erlebten zu suchen. Dies führt zu noch stärkeren inneren Spannungen und Konflikten, die zusätzliche Kraft rauben. Wir arbeiten auch dann gegen uns, wenn wir körperliche Schmerzen, die Alarmsignale des Körpers sind, mit unserem Willen unterdrücken.

Krankheit kommt zustande, wenn auf der Ebene des Körpers, der Gefühle oder der Gedanken zu lange ein Widerstand vorhanden ist. Konflikte können einen Dauerdruck auf Organe oder Drüsen in uns ausüben. Unsere Energie und unsere Aufmerksamkeit richten sich auf die Probleme und Widerstände, wodurch unser Immunsystem geschwächt wird.
Wären wir ausgeglichen, wären wir im Fluss, könnten wir nichts energetisch anziehen, das uns krank „macht“. Dabei ist der Begriff „krank machen“ missverständlich – es ist mehr eine sensible Öffnung für ein Kranksein in unserem Inneren, das ursächlich nicht von außen kommt.
Wie jemand auf einen Reiz, einen Schmerz oder eine Situa-tion reagiert, ist ganz individuell. Es kommt also noch zusätzlich auf die Veranlagung in der individuellen Seele an. Wir bringen unseren Habitus, unsere Gewohnheiten, unseren ganz persönlichen Geschmack mit ins Leben. Und in der Regel möchte sich dieser Geschmack auch durchsetzen, und er bringt sich immer wieder bei uns in Erinnerung, um uns zu bestimmten Gewohnheiten und Verhaltensmustern zu zwingen, die durchaus ein Wohlgefühl erzeugen können.
Wenn wir diesem Drang nachgeben, können sich bei uns Muster „einschleifen“ oder Gewohnheiten verfestigen. Dabei müssten bestimmte Muster gar nicht gelebt werden! Doch wenn man nicht sensitiv genug ist, um ein eingefahrenes Muster bzw. eine Gewohnheit als Re-Stimulation zu erkennen, entscheidet man sich schnell, alles beim gewohnten Gang zu belassen, ohne zu bemerken, dass dies zu Kranksein führt.


Konflikte auf der feinstofflichen Ebene erlauben Krankheiten auf der körperlichen Ebene

Vergegenwärtigen wir uns noch einmal: Der Mensch ist ein gigantisches Energiesystem. Auf der spirituellen Ebene und in der Uressenz der Seele sind wir immer gesund. Nur bei den oben geschilderten Beispielen arbeiten zu viele Energien in uns gegeneinander, sodass Krankheiten entstehen können.

Dabei gibt es keine starren Regeln, welche organischen Probleme mit bestimmten seelischen Themen zusammenhängen. Zum Beispiel ist es eben nicht so, dass Liebeskummer sich immer auf die Lunge auswirkt. Denn es gibt Menschen, die Hüftgelenksschmerzen, Rückenschmerzen oder Gallenblasenschmerzen bekommen, wenn sie Liebeskummer haben. Wieder andere bekommen davon Migräne oder Kopfschmerzen am nächsten Tag.
Vielmehr kommt es darauf an, mit welcher Schwäche jemand schon geboren wurde. An der Stelle der größten individuellen Schwäche wird sich dann der Konflikt seinen Weg suchen, werden sich Krankheiten am ehesten manifestieren können. Darüber hinaus kommt es darauf an, wie lange man schon Belastungen hat, die im persönlichen Kummerkasten mit he-rumgeschleppt werden, die aber trotz ihrer inneren Belastung äußerlich eventuell noch nicht zu sehen sind.

Daher sind alle folgenden Ausführungen in diesem Kapitel nur als Beispiele, als mögliche Ausprägungsform zu sehen. Wir sind alle Individuen mit einem eigenen Aufbau, unterschiedlichen Kraftreserven, individuellen Speicherungen in der Seele, individuellen Reizflächen und einem freien Willen – daher reagieren wir alle unterschiedlich.

© 2008 von Yashi Kunz und Gordon Müller-Eschenbach
Alle Rechte vorbehalten. Keine Kopie, Speicherung und Verbreitung ohne schriftliche Zustimmung der Autoren

Das Buch ist erhältlich in unserem Shop oder im Buchhandel (ISBN: 978-3-939895-03-9)

(...Fortsetzung:)

 

Wird ein Mensch von innen bedrückt und ist er jemand, der sich leicht Luft macht, dann kann es sein, dass er die sich anstauenden Energien so schnell loslässt, dass diese sich auflösen. Dies bedeutet zwar nicht, dass er gesund ist – aber sein Kummer ist dann erst einmal subjektiv weg und staut sich zunächst nicht in seinem Körper. Bei Menschen hingegen, die ihren Kummer nicht nach außen abgeben können, entsteht durch das lange Aufstauen ein immer größerer Druck auf das schwächste Organ. Jetzt kommt es darauf an, wie empfindlich und sensibel jemand generell ist und wo seine empfindliche Stelle ist.

Die Umwandlung von der feinstofflichen Ebene der Seele auf die körperliche Ebene geschieht durch das vegetative System. Kummer und Angst engen uns nicht nur gefühlsmäßig ein, sondern führen auch im Körper zu einer Enge und stimulieren noch zusätzlich alte Probleme in uns. Diese Probleme können sich dann an bereits gespeicherte Blockaden energetisch andocken, und ehe man es sich versieht, ist das Problem plötzlich viel größer geworden als es auf den ersten Blick schien, und entsprechend ist auch seine Durchschlagskraft größer. Die Mücke wird dann doch plötzlich zum Elefanten.

Unsere innere Einstellung und die von außen auf uns wirkenden Gedanken und Gefühle verändern das Verhältnis von Epiphyse zu Hypophyse. Diese Drüsen sitzen im Kopf und haben als Steuerzentralen des Hormonsystems einen entscheidenden Einfluss auf unser Gehirn, das wiederum die gesamte Motorik, alle Organe und weiteren Drüsen beeinflusst. Unsere Drüsen spielen eine wichtige Rolle, da sie den direktesten Zugang zum Vegetativum und zur Seele haben.

Es sind vor allem die Gefühle, Gedanken und gespeicherten Erfahrungen, die einen Druck auf unseren Körper und die Steuerungszentralen Hypophyse und Epiphyse auslösen. Je nachdem, in welcher Verfassung wir gerade sind, können wir spüren, dass die Krankheiten etwas mit unseren Gefühlen und Stimmungen zu tun haben. Wenn Blockaden Traurigkeit, Depressionen und Überforderungen auslösen, entsteht eine Enge in uns. Im Zustand großer Freude hingegen haben wir viel Kraft und dadurch gleichzeitig auch Weite, Leichtigkeit und Inspiration. Es liegt an uns, zu erkennen, dass die Gefühle sich ändern können, und dass die Gefühlsschwankungen von uns selbst beeinflusst werden.

Wir können uns das so vorstellen, dass die entstehende Enge eine Einschnürung der Zellen bzw. ein energetisches Gefangen-Halten von Zellen oder Organen ist – und das schnürt die Lebendigkeit in den Zellen oder Organen ab. Dadurch wird die Amplitude, mit der im Körper und den Zellen energetisch gearbeitet wird, zwangsläufig immer kleiner und kleiner werden. Und je nachdem, wie lange der Druck und die Enge fortdauern, führt dies zu direkten Störungen der Drüsen, des venösen und arteriellen Systems bzw. des Nervensystems.

Unser System von Arterien, Venen und Nervengeflechten können wir uns als das zentrale Versorgungssystem in unserem Körper vorstellen. Durch die Störungen kommt es daher automatisch zu einer schlechteren Durchblutung und Versorgung der Organe.
Ein unterversorgtes Organ stellt dann wiederum eine Behinderung für andere Organe in unserem Körper dar, da alle Organe in uns in einem Verbund zusammenwirken. Wenn ein Organ mit minderer Leistung arbeitet oder sogar ausfällt, wird dadurch automatisch das nächste Organ im Verbund gestört.

Zum Beispiel ist unser Magen oft sehr anfällig für Belastungen, insbesondere bei Stress. Würde nun der Magen gestört, sodass die Magensäuren nicht mehr richtig gebildet werden, kommt es zu einer fehlenden oder verminderten Produktion des intrinsic factor, der für unsere Blutbildung eine wichtige Rolle spielt. Schon haben wir ein Problem bei der Bildung der roten Blutkörperchen.

Aber das ist nicht das einzige, was ins Ungleichgewicht kommt. Bei der Verkrampfung von Mageneingang oder -ausgang werden die Speisen im Magen zu lange festgehalten oder sogar wieder nach oben geschoben, was wir als Sodbrennen spüren. Darüber hinaus können die Speisen durch die Störung der Magensäure nicht richtig vorverdaut werden, sodass es zu einer Überforderung von Gallenblase und Bauchspeicheldrüse kommt, die beide für die Verstoffwechselung im weiteren Verdauungsystem notwendig sind. Die Enge, die sich zunächst scheinbar nur auf den Magen ausgewirkt hat, löst also im Körper eine regelrechte Kettenreaktion aus.

Da es aber zur Störung der Vorverdauung im Magen und zur Beeinträchtigung der Verdauung im Darm gekommen ist, können die Nährstoffe dort gar nicht richtig aufgenommen und zur Leber transportiert werden. Der Stoffwechsel bekommt also Probleme, die sich über die Leber dann automatisch auswirken auf das Blut, andere Organe und schließlich auch auf das Immunsystem. Ist die Störung mehr im Oberbauch lokalisiert, würde reflektorisch der Oberkiefer in Mitleidenschaft gezogen, bei Störungen im Unterbauch entsprechend der Unterkiefer.

Ist die Rahmenbedingung schon so anstrengend für die Seele, dass der betroffene Mensch eigentlich schon länger „die Nase voll hat“, kann das Atmungssystem beeinträchtigt werden. Will man dann vor lauter Verdruss selektiv nur noch das wahrnehmen, was nicht noch zusätzlichen Stress in einem aufbaut, dann hört und sieht man nicht mehr richtig, welche Themen eigentlich anstehen, und baut Probleme mit den Augen oder Ohren auf.

Unser gesamtes inneres System steht also in einem Verbund miteinander im Austausch. Bin ich überaktiv, geht die Belastung auf die Nieren, Nebennieren, Schilddrüse und greift damit auf das Hormonsystem über. Je nachdem, wie verdreht das Ego des „kleinen Bewusstseins“ die Dinge sehen möchte, ist die Hypophyse mit beteiligt, die die wichtigste Drüse im Gehirn ist und die Epiphyse reflektorisch steuert.

Und wenn wir einfach versuchen, den „Deckel draufzuhalten“ und uns den schwelenden Themen und Problemen nicht stellen wollen? Auch hier ist die Reaktion individuell verschieden, doch häufig kommt es zu einer Belastung des Lymphsystems, die wir hier exemplarisch darstellen: Die Lymphsysteme haben eine wichtige Transportfunktion im Körper und stellen ganzheitlich betrachtet mehr das weibliche, das umarmende, Sicherheit gebende Element in uns dar. Wenn das Lymphsystem eingeengt wird, kann es nicht mehr in der normalen, vorgesehenen Weise als Filtersys-tem unseres Immunsystems arbeiten. Die Lymphflüssigkeit wird schmutzig, und dadurch kommt der Schmutz in alle Organe.
   
Demgegenüber steht die aktive Seite, die ganzheitlich betrachtet eher die männliche, mentale Seite, in uns ist. Sie hat die Macht, das Gefühlssystem einzuengen und damit zu umgehen. Die mentale Seite ist die mächtigere und wachbewusstere Seite, während die unbewusste Seite eher die lymphatische und damit die Gemüts- und Gefühlsseite in uns ist.
Beide Seiten müssen gleichermaßen stark funktionieren, denn wenn das Lymphsystem nicht funktioniert, funktioniert das männliche, den roten Blutkörperchen entsprechende, auch nicht. Und auf diese Weise zeigt sich uns, auf welche Weise – ganzheitlich betrachtet – das Männliche und das Weibliche, Plus und Minus oder Yin und Yang im Körper sichtbar werden.

Hauterkrankungen sind in erster Linie eine Angelegenheit unserer äußeren Hülle. Ganzheitlich gesehen geht es dabei um die weibliche Seite, die von der mentalen, männlichen Seite überfordert wurde. Dies wirkt sich zunächst ganz persönlich auf die inneren Schleimhäute aus, kann aber – wenn es gar nicht mehr anders geht – auch auf die Haut nach außen übergreifen.

Inaktivität, Antriebsarmut und ein Mangel an Ideen und Lust führen ganzheitlich betrachtet dazu, dass weniger rote Blutkörperchen gebildet werden, da das rote Blutbild der männliche Aspekt ist.

Entscheidend ist, dass jeder Mensch, ob männlich oder weiblich, das männliche und weibliche Prinzip in sich hat und dass diese beiden Kategorien miteinander in Harmonie stehen sollten. Im Ausdruck des physischen Körpers kann man sehen, ob es eine eher männliche oder eine eher weibliche Unterdrückung gibt. Denn nicht immer wird nur der weibliche Anteil durch den männlichen unterdrückt. Unser weiblicher Anteil kann zum Beispiel durch die Gefühle so herrschsüchtig sein, dass er die mentale, männliche Seite unterdrückt.
Es ist in sich perfekt, dass sich das äußere Spiel auch innerlich in uns widerspiegeln kann. Wenn zum Beispiel eine Frau ihren männlichen Partner mental unterdrückt, dann ist es zwar äußerlich so, dass das Weibliche die Männlichkeit unterdrückt. Aber da die Unterdrückung von der männlichen, mentalen Seite der Frau ausgeht, ist die Situation innerlich womöglich so, dass diese männliche Seite der Frau die weibliche Seite des Mannes unterdrückt.
Die andere Richtung funktioniert aber auch: Ein Mann traut sich nicht, Gefühle zu leben, weil er sich so sehr unterdrücken lässt von seinen Gedanken und von seiner Vorstellung, dass dies nicht zur gesellschaftlichen Auffassung passt. Er wird dann krank, weil er seine weibliche Seite verdrängt und nur das Aktive, Mentale lebt. In der Krankheit hat seine weibliche Seite jetzt eine Chance zu heilen, weil die mentale Seite inaktiv oder sehr geschwächt ist.

Es ist daher wichtig zu wissen, welche Seite hier die unterdrückende und welche die unterdrückte ist. Dieses Hick-Hack zwischen dem männlichen und weiblichen Anteil, zwischen dem Aktiven und Passiven, zwischen Gefühl und Mentalem, ist heutzutage die Regel.


Jetzt, da wir gesehen haben, wie sich energetische Konflikte von der seelischen auf die körperliche Ebene übertragen, wird klar: Lassen Sie uns unsere seelische Ebene mehr berücksichtigen und integrieren auf dem Weg zur Heilung. Wenn wir die Neutralität unserer Uressenz der Seele nutzen können, werden das leichte Schwingen und die große Schönheit dieser Neutralität als Unterstützung für uns wahrnehmbar. Wir werden uns bewusst, dass wir viele Erfahrungen machen und Dinge in unser Leben integrieren wollen, die uns eine solche Freude bringen, dass wir automatisch auf einem höheren Niveau schwingen – und schon erreichen wir in unserem Ganzen ein anderes Selbstbewusstsein und Vertrauen, weil die Situation des Krankseins das scheinbar Ausweglose verliert.
Deswegen ist die so oft bei uns gelebte enorme Ernsthaftigkeit – immer ernst, seriös oder reif zu sein – genau kontraproduktiv. Sie nimmt uns die Freude, die Lebendigkeit und die wahrhaftige Leichtigkeit. Sie nimmt uns das, warum wir geboren sind – nämlich zu leben. Im Grunde kann man sagen, dass wir uns in jedem zweiten Gedanken daran erinnern sollten: zu leben.

Jetzt, am Ende des ersten Teils dieses Buches möchten wir Ihnen einige Übungen an die Hand geben, um Sie bei Ihrem Richtungswechsel, beim Neuanfang zu unterstützen und zu stärken.



Übung: Sich im Inneren neu sortieren (...)


Übung: Die innere Kommunikation zu sich selbst ändern (...)



Übung: Über die Bewegung das Loslassen unterstützen (...)