Phänomen Heilung

Kapitel 5

Dimensionen der Erfahrung

Wir lernen aus vielen Leben

Brauchen wir Beweise?

Ein Mensch, der um seine Seele weiß und sie spürt, kann sich bewusst werden, dass mehr Erfahrungen und Erlebnisse darin gespeichert sind als die, die er in seinem gegenwärtigen Leben gemacht hat. Das, was wir „Ich“ nennen, hat Anteil an mehr Ebenen und Dimensionen, als wir „normalerweise“ wissen und uns bewusst ist. Und auch unsere Seele, die Speicher unserer Erfahrungen und die Verbindung zu Geist und Materie ist, hat oft mehr gesehen, erfahren und erlebt als dieses „Ich“, das wir kennen.
Gibt es nur ein Leben? Oder sind wir doch in vielen Leben und Zeiten schon gewesen? An dieser Stelle möchten wir eine Gegenfrage stellen: Alle Religionen behaupten, dass es einen Gott oder viele Götter gibt. Alle beten zu ihrem Gott. Woher wollen wir aber wissen, dass es ihn wirklich gibt? Ob er die Zehn Gebote gegeben hat oder Himmel und Hölle so aussehen, wie wir es gesagt bekommen haben? Und woher wollen wir wissen, dass es so ist und nicht anders? Wie wollen wir uns das beweisen lassen, wenn wir es nicht glauben wollten? Die Antwort ist, dass es diesen „Beweis“ nicht gibt – es gibt den Glauben und es gibt die tiefe Überzeugung, dass er wahr ist. Entweder wir können diesen Glauben für uns annehmen, weil wir dies wollen und damit eine innere Gewissheit herstellen, die keines einzigen weiteren Beweises bedarf – oder eben nicht.
   
Mit unserer Behauptung, dass es nicht nur ein Leben geben könnte, ist es ähnlich: Ist es denn möglich, zu beweisen, dass man nur einmal lebt? Auch diese Frage fällt in das Gebiet, von dem wir dann „wissen“, wenn wir in uns selbst durch eine Erfahrung die Ge-Wiss-heit gefunden haben. Niemand wird es uns von außen beweisen können – wir finden die Antwort, wie auch die Antwort auf die Frage nach Gott, nicht irgendwo da draußen, sondern nur in uns selbst.

Niemand kann normalerweise beweisen, dass er in einer der letzten Inkarnationen in Spanien gelebt hat. Und wir verschließen lieber auch unsere Augen davor, dass beispielsweise einige kleine Kinder die Fähigkeit haben, ein Instrument perfekt zu spielen, ohne dies in ihrem jetzigen Leben gelernt zu haben; dass es also altes Wissen und Fähigkeiten in ihnen gibt. Durch diese Fälle, die wir dann als „Wunderkinder“ darstellen, zeigt sich der Zugang zu altem Erlernten, das in jedem von uns gespeichert ist. So kann es natürlich sein, dass jemand zum Beispiel in diesem Leben sein Violinspiel perfektionieren will und sich dann so eingebärt, dass er so früh wie möglich und auf alle Fälle in diesem Leben eine Violine in seine Hand bekommt – am besten als kleines Kind. Dabei ist keine Bestimmung im Spiel, eher eine bewusste Berechnung der Seele für sich selbst, in eine Familie zu kommen, in der sie sich ihren Wunsch erfüllen kann. Die Idee „Wunderkind“ muss nicht sein, sondern das Kind hat Lust, eine bestimmte Erfahrung zu machen: die Lust, hier auf der Erde zu sein und Violine zu spielen. Denn was ist ein Wunder? Was ist ein Wunderkind überhaupt? Das, was wir uns normalerweise nicht erklären können. Wunder gibt es nicht, oder alle können Wunder – weil das Wunder letztendlich in allen Menschen existiert, als eine jedem innewohnende Göttlichkeit.

Es ist eine sehr enge Wahrnehmung, wenn wir nur das annehmen wollen, was uns gelehrt wird und was man uns beweisen kann. Je kleiner unser „Hut“ ist, umso mehr muss bewiesen werden auf Schritt und Tritt, dass etwas so ist, wie es ist. Die Möglichkeit, dass es in mir gespeicherte Dinge sind, die früher schon mal erlebt wurden und von innen heraus sich öffnen, wird automatisch als nicht-existent angesehen. So kann Vergangenes aus anderen Leben dann vorerst nicht mehr sichtbar werden, weil wir früh genug lernen, es selbst zu verdrängen.

Manchmal ist es ein Déjà-vu-Erlebnis, das uns von einer Minute auf die andere davon überzeugt, schon einmal gelebt zu haben. Wir (er-)kennen etwas, einen Menschen, eine Situation, eine Fähigkeit, die wir mit größter Gewissheit in diesem Leben noch nie gesehen, erlebt oder erworben haben können. Woher können wir sie dann trotzdem kennen?

Es gibt einen anderen Weg, sich der vielen Leben der Seele bewusst zu werden: zum Beispiel durch die innere Konzentration, die uns an unser gesamtes Potenzial heranführt, das wir in vielen Zeiten – nach und nach – erschaffen und in uns gesammelt haben. Wir können wiederholte Lebensmuster erkennen und so die Gewissheit finden, dass unsere Seele sich weiter öffnen kann als unser bewusstes „Ich“.

Im Buddhismus wird das Leben als Rad dargestellt, als eine ständige Wiederholung und Wiederkehr, damit wir Menschen Erfahrungen machen können. Würde dies bedeuten, dass wir dann auch immer wieder von neuem die gleichen Erfahrungen machen würden? Oder immer wieder neue Erfahrungen? – Aber warum sollte das so sein? Wenn wir nicht glauben wollen, dass wir aufgrund eines Zufalls so geworden sind, wie wir sind, dann könnte es eine konstruktive, schöpferische Kraft sein, der wir diese Erfahrungen verdanken, und dennoch bestimmen wir diese Erfahrungen selbst.
Wir alle haben die Chance, im Laufe der Zeit zu erkennen, warum wir bestimmte Erfahrungen machen oder gemacht haben. Wir können in uns Grundkonstellationen entdecken, für die diese Erfahrungen notwendig sind. Wir können die Kettenreaktion, die aus diesen (gespeicherten) Erfahrungen folgt, sogar stoppen. Ohne Schuldzuweisungen können wir erkennen, was uns behindert – und uns für andere Erfahrungen bewusst entscheiden. Das ist ein großes Geschenk, das uns von einem „Zufallsprodukt“ oder „Spielball des Schicksals“ zum Mitschöpfer unserer eigenen Erfahrungen werden lässt. Und damit ist klar, dass wir selbst die Zügel in der Hand haben. Wir können uns entscheiden, wie wir mit den Erfahrungen umgehen wollen. Es gibt keine übergeordnete Wertung, ob eine Erfahrung „gut“ oder „böse“ ist – wir sind es, die entscheiden, ob wir damit zufrieden sind oder nicht.

Dies ist kein selbstverständlicher Gedanke, wenn wir uns daran gewöhnt haben, dass es normalerweise andere sind, die die Zügel in der Hand haben – die Eltern, die uns prägten, Gottes uneinsehbare Wege, die Gesellschaft, in der wir aufwachsen, oder die Zeit – und diese Liste der „Bestimmer“ ließe sich noch lange fortsetzen.

Diese Vorstellungen unserer scheinbaren Rahmenbedingungen haben wir gleichsam von den Eltern übernommen, zusammen mit vielen anderen Überzeugungen und Wertvorstellungen geradezu aufgesogen mit der Muttermilch und erst im häuslichen, später auch in unserem persönlichen Umfeld noch weiter gefestigt. Diese scheinbare Realität wird von den Generationen durchgereicht, durch die genetische Verwandtschaft unseres Körpers mit den Körpern unserer Eltern, aber auch durch die Umgebung, in der wir leben, als Überlieferung.
Kein Wunder also, dass wir uns normalerweise sehr schwertun, aus diesem „Rahmen“ – den Wahrheiten über uns, die Welt, Gott, das Leben, an die wir glauben – auszubrechen, auch wenn uns immer wieder Angebote gemacht werden: Angebote, unseren eigenen Weg zu gehen, unseren eigenen Wert wahrzunehmen, unsere eigenen Muster zu erkennen, auszuprobieren und dann den für uns als richtig empfundenen Weg zu gehen.

Warum übernehmen wir seit Jahrhunderten immer wieder diese scheinbare Realität? Warum bekommen wir seit Jahrzehnten, Jahrhunderten oder Jahrtausenden so gar keinen Überblick, was Leben eigentlich ist? Wieso haben wir seit Jahrhunderten den Eindruck, dass wir aus den Süchten und Vorstellungen nicht herauskommen? Oder dass wir als Menschen Krankheiten haben, die wir auch von Körper zu Körper weitergeben müssen? Wieso durchbrechen wir diesen Zyklus nicht, wenn zum Beispiel der Heuschnupfen oder die Migräne von einem Elternteil an das Kind weitergegeben wird? Geht das überhaupt?
Seit Jahrhunderten übernehmen wir Dinge, ohne Einhalt zu gebieten und zu erkennen, dass in uns eine Instanz ist, die sagen kann „Ich will so etwas jetzt nicht mehr!“

Das Leben als Spiel in der Polarität

Das Leben ist für uns Menschen als Spiel angelegt, um über die Zeit möglichst vielfältige Erfahrungen zu machen. Wir spielen in einer Realität, die wir uns setzen – einer fühlbaren, wahrnehmbaren, materiellen Realität. Aber mit der Beschränkung des Spiels auf diese Dimension, die wir hier mit unseren „normalen“ Sinnen wahrnehmen können, schränken wir uns gleichzeitig auch selbst ein.

In unserer Seele sind Erfahrungen, auch wenn diese sehr weit zurückliegen, in Form von Frequenzen gespeichert. Es gibt sogar die Möglichkeit, dass von anderen gemachte Erfahrungen uns beeinflussen. Das ist beispielsweise erfahrbar, wenn ein Medium oder ein Erfinder plötzlich Dinge weiß, die er belegbar nicht aus seinem jetzigen Leben wissen kann. Das Bewusstsein ermöglicht es, sich selbst als Medium zur Verfügung zu stellen, um vergangene Erfahrungen ins Jetzt zu bringen. Die Frequenzen werden als assoziativ gemachte Erfahrungen dann wieder in Bildern ausgedrückt und in Form von Erinnerungen umgesetzt, die uns dann zur Verfügung stehen. Manchmal können sich diese Frequenzen auch als schnelle Abfolge von Bildern, wie in einem Film, zeigen.
Aber warum sind wir dann hier auf der Erde, um Erfahrungen zu machen? Wofür lohnt es sich denn, all diese – manchmal so leidvollen – Erfahrungen zu machen in unserem Leben? Erfahrungen, von denen wir sagen würden, „Mensch, das möchte ich nicht erleben ...“

Eine Erklärung dafür könnte sein, dass unser Geist und unsere Seele sich im gesamten Spannungsfeld und in aller Breite der möglichen Erfahrungen, Gefühle und Situationen – in der Polarität, wie wir es nennen – erfahren wollen. Wir können uns das so vorstellen, dass diese sich uns bietenden Situationen aufgespannt werden in einem Möglichkeitsraum zwischen zwei Polen oder Extremen, wie die beiden Enden eines Gummibandes. Zwischen den beiden Enden liegt eine Vielzahl von möglichen Positionen, Einstellungen und Erfahrungen, die wir machen können.

Diese Polarität erstreckt sich in die verschiedensten Dimensionen, zum Beispiel „gut-böse“, „arm-reich“, „oben-unten“, „schwer-leicht“, „fröhlich-traurig“ ... bis hin zu „männlich-weiblich“. All diese gegenüberliegenden Positionen spannen den Raum der Möglichkeiten auf – einen gigantischen, fast unendlichen Raum für mögliche Erfahrungen und Eindrücke, die wir sammeln können.
Auf dieses Spielfeld haben wir uns begeben, um gerade in den verschiedenen Dimensionen dieser Gegenüberstellung unsere eigenen Erfahrungen zu sammeln, die wir bislang noch nicht hatten. Warum sonst sollten wir uns entscheiden, immer wieder zurückzukommen auf diese Erde (wenn man an Re-inkarnation glaubt)?
Gleichzeitig ist es doch tröstlich zu wissen: Wenn wir uns jetzt gerade nicht so gut fühlen und der festen Überzeugung sind, auf der leidvollen Seite des Pendels angekommen zu sein, wenn wir gerade Trauer, Schmerz, Verlust und Unglück erfahren – dann müssen wir auch schon einmal die andere Seite erfahren haben, sodass dies jetzt ein Besuch am Gegenpol, in der anderen Ecke des Raums darstellt.

© 2008 von Yashi Kunz und Gordon Müller-Eschenbach
Alle Rechte vorbehalten. Keine Kopie, Speicherung und Verbreitung ohne schriftliche Zustimmung der Autoren

Das Buch ist erhältlich in unserem Shop oder im Buchhandel (ISBN: 978-3-939895-03-9)

 

(... Fortsetzung:)

Erfahrungen können nicht schlecht für uns sein

Wenn es so ist, wenn wir also das ganze Spektrum an Erfahrungen erleben wollen, dann gibt es im eigentlichen Sinne keine „schlechten“ Erfahrungen, die wir machen können. Jede Erfahrung, die wir gemacht haben, nützt, um unseren eigenen Plan und unseren eigenen Wunsch nach Leben zu erfüllen. Auf welche Weise wir eine Erfahrung wahrnehmen und in unser Leben einordnen, ist eine Frage der persönlichen Haltung und Wertung.
Selbst bei noch so schwierigen Situationen gibt es dann Hoffnung, dass sich der Mensch das selbst ausgesucht hat, um seine eigene Erfahrungspalette zu komplettieren. Zum Beispiel, um mehr zu erfahren über das menschliche Miteinander, die unterschwelligen Abhängigkeiten in einer Partnerschaft oder Familie, die Abhängigkeit von der Betreuung und Pflege anderer, oder wie es ist, sich nicht mehr selbst helfen zu können.

Können wir tatsächlich zu einer Haltung finden, dass wir jede gemachte Erfahrung für uns als Kostbarkeit wahrnehmen? Ein Zulassen der Reinkarnation, ein Zulassen, dass unsere Seele schon Erfahrungen gemacht hat, wo und wann auch immer, würde uns erlauben, einen größeren Zusammenhang von all dem, was wir erleben, uns bewusst werden zu lassen. Dadurch würden wir ein besseres Verstehen erreichen und uns ein leichteres „Loslassen“ ermöglichen.

Wenn wir uns vergegenwärtigen, dass das Ziel unseres Lebens die Sammlung von möglichst vielen Erfahrungen ist, dann erkennen wir auch, dass wir nie in einer auswegslosen Situation sein können – egal, wie sehr wir dies auch vermuten. Es gibt kein wirkliches Feststecken und keine Ausweglosigkeit, weil wir als Menschen ständig im Fließen der Erfahrungen sind. Selbst wenn der Tod und das Sterben eine Rolle bei der scheinbar auswegslosen Situation spielen, ist das Wissen um die unsterbliche Seele und den Geist eine Hilfe, loszulassen. 
Das Loslassen würde bedeuten, aus diesem Verständnis heraus eine Lockerung der Betrachtung vorzunehmen und damit einen größeren Zugang zu Seele und Geist zu spüren. Die Enge würde sich auf diese Weise auflösen, und es würde ein eher unterstützendes Fließen der Seele als heilender Prozess in Gang gesetzt.

Unsere Fähigkeiten nicht nur des Wahrnehmens würden ganz andere sein, ebenso unser Verständnis dafür, warum wir überhaupt leben.
Wenn wir uns hier vom Intellekt ein Stückchen lösen und uns mit dem Empfinden und den Gefühlen verbinden, haben wir einen besseren Zugang zur Seele. Wenn wir verstehen, dass wir eine Seele sind, und die Seele als etwas annehmen, das von einer hohen Intelligenz, von etwas Übergeordnetem, Außergewöhnlichem, Großartigem erschaffen wurde, dann müssten wir sehen, dass es eine (höhere) Liebe gibt und dass die Seele in dieser Liebe unabhängig und frei ist. Dieses Empfinden und die Einsicht schenken uns ein größeres Spielfeld, nicht nur eine „Frist“ von heute 80 bis 100 Lebensjahren, die – angesichts der vielen Möglichkeiten, Erfahrungen zu machen – eigentlich immer viel, viel zu kurz ist. Es ist, als hätten wir ein viel, viel weiteres, offenes Spielfeld, uns einen neuen Körper als Instrument zu suchen oder Eltern zu finden, die bereit sind, ein Kind zu bekommen, um wieder einen physischen Körper entstehen zu lassen.
Daraus ergibt sich automatisch, dass es durchaus sehr viele Seelen gibt, die immer wieder, wenn sie den Körper aufgegeben haben, Lust bekommen wiederzukommen.

Damit sehen wir das Leben ganz anders, als wenn wir es mit der Geburt beginnen lassen und mit dem Tod unwiderruflich beschließen. Wir sehen dann, dass die Intelligenz der Seele gewachsen ist durch das Bewusstsein von Erfahrungen und dadurch auch die Seelen sich einen neuen Körper nehmen als Chance, immer bewusster und wacher zu werden im Sinne von Wissen, intelligent im Sinne von klug und weise.

Geist und Seele sind gleichzeitig im Diesseits wie auch im Jenseits. Der intellektuelle Bereich im Sinn des denkenden Bewusstseins ist das jedoch nicht. Wenn es eine Seele gibt, warum soll die Seele dann eine Begrenzung haben, sich nur einmal mit einem Körper ausdrücken zu können und Erfahrungen zu sammeln?
Nehmen wir einmal an, ein Mensch, fest verwurzelt auf der Seite des Gegenständlichen, will nun einen Beweis haben, dass es die Ewigkeit gibt. Eine Möglichkeit wäre: Für die „Intelligenz Ewigkeit“ ist es eine Selbstverständlichkeit, dass es polare Dinge gibt. Sie hat es gar nicht nötig, dass sie die Polarität in Frage stellt. Denn wie können das Denken oder der Verstand, die in der Begrenzung der Polarität liegen, beweisen, dass es die Ewigkeit gibt, da in der Begrenzung keine Ewigkeit erfahren werden kann? Aber die Intelligenz Ewigkeit kann beweisen, dass es Materie gibt und diese auch erschaffen. Der einzige Beweis, den wir also für die Leben der Seele finden können, ist die Erfahrung in der Meditation; sie erlaubt es uns, in einen Zustand zu gelangen, der uns das Gesamtbild unserer Seele erfassen lässt.



Übung: Über die innere Konzentration das Unterbewusstsein der Seele stimulieren (...)


Durch Übungen wie diese – mit einem Haus, einem Stück Holz, einem Wald, einem See, mit Tieren, Menschen oder einfach nur Gegenständen – lernen wir, unser Erinnerungsvermögen zu vergrößern. Denn all diese Dinge sind Objekte, die seit Jahrhunderten existieren. Das Bewusstsein, das mit diesen Objekten in Ihnen gespeichert ist, vermag auf diese Weise in der Seele angesprochen zu werden. So vergrößern sich die darin vorhandenen Speicherungen. Das gilt gleichermaßen, wenn wir Farben fokussieren. Das Bewusstsein ist auf diese Weise in der Lage, eine Verbindung zu schaffen zwischen dem inneren Erleben und dem äußeren (Wieder-)Erleben. Wenn dieses innere Erleben nicht wirklich geübt wird, ist eine scheinbare Trennung zwischen dem bereits Gelebten und dem jetzt Gelebten möglich. Wir erschaffen selbst diese Distanz. Die Seele kann sich auf diese Weise assoziativ die Schwingungsfrequenzen suchen.

Haben Sie Begabungen in sich, die wünschen, dass Sie sich an sie erinnern? Verschweigen Sie oder unterdrücken Sie in sich selbst diese Fähigkeiten? Dann versuchen Sie, durch die Konzentration nach innen sich zu verbinden, um zu sehen, ob Sie Bilder und Eindrücke erhalten, die Ihnen Türen öffnen zu einer bestimmten Ebene. Fühlen Sie in sich hinein, und fragen Sie sich, was Sie gerne tun würden in der Zukunft? Gibt es etwas, an das Sie sich schon einmal erinnert haben oder an das Sie sich des öfteren erinnern und nicht wissen, warum? Gibt es in Ihnen ein Bewusstsein oder ein Empfinden oder eine unangenehme Regung, bei der Sie den Eindruck haben, „Ich habe eine Empfindung, die ich nicht aus diesem Leben kenne“? Gibt es eine Erinnerung, bei der Sie etwas gesehen haben, das Ihnen als Halluzination oder Déjà-vu erschien?
Finden Sie selbst für sich heraus, was Sie erlebt haben könnten und welche Kräfte Sie in sich tragen. Geben Sie sich eine Chance zu erleben, was in Ihnen ist. Setzen Sie es frei, und schenken Sie sich das Bewusstsein von dem, was Sie in vielen Leben, zu anderen Zeiten, in anderen Gegenden, Kontinenten möglicherweise erlebt haben. Damit bereichern Sie sich um eine Ebene der Erinnerung in der Seele.
Wo ist Ihr Glaube an sich selbst? Wollen Sie keinen eigenen Beweis dafür? Ist das Nach-innen-Gehen nicht eine riesige Chance? Und „nach innen zu gehen“ heißt nicht, „Filme“ anderer anschauen, was natürlich Freude machen kann, sondern auch, die eigenen Erfahrungen als Film wahrzunehmen. Seien Sie sich selbst bewusst, dass Sie selbst eine Speicherkapazität haben – dass Ihre Seele wie ein Archiv viel mehr für Sie bereithält.

Haben Sie keine Angst, Dinge zu sehen. Denn egal, was Sie jemals in Ihrem Leben gewesen sind oder gemacht haben: Wir sind göttlich, weil unsere Uressenz der Seele göttlich ist, und Sie sind nicht gekommen, um Vergangenes zu sehen und dafür bestraft zu werden, sondern um sich innerlich zu befreien – durch Ihr neues Bewusstsein, dass sie viele Fähigkeiten und Talente aus vergangenen Leben mitbringen, die Sie jetzt ausbauen können.
Ist es nicht spannend zu wissen für sich selbst, dass Sie viel mehr sind als das, was Sie bislang glaubten zu sein? Gibt es nicht einen Grund dafür, warum Sie im Augenblick in Nöten sind oder den Eindruck haben, Sie werden ungerecht behandelt? Gibt es vielleicht eine Grundlage, deretwegen Sie herausfinden möchten, warum Sie sich ungerecht behandelt fühlen oder das Gefühl haben, im Kreis zu gehen? Vielleicht sind Sie gerade an einer Stelle in Ihrem Leben, an der Ihre innere Stimme oder Seele ruft „Hallo, mach nicht so weiter! Es gibt Chancen, herauszukommen und nicht immer dasselbe Rad zu drehen ...“ Es gibt die Möglichkeit, zu sehen, dass Ihre Seele vielleicht schon längst danach ruft, dass sich Ihr Wachbewusstsein verändert. Dann lassen Sie Ihren Krug tief in das Wasser hinabfallen, um dort eine große schöpferische Kraft anzuzapfen, zu der es Sie zieht. Vielleicht geht es darum, dass Sie eine Entscheidung treffen müssen, den Weg in sich selbst zu verändern, um sich neu an die Quelle anschließen zu können. Dann würden Sie Ihre Richtung ändern – aber das können nur Sie selbst tun.

Auf eine Veränderung von außen zu warten, wird nicht funktionieren. Von außen kann die Sonne kommen. Sie wärmt Sie dann von außen. Doch die immerwährende Sonne ist in Ihnen selbst! Sie dehnt sich durch Sie hindurch nach außen immerwährend aus, da sie die Quelle von Geist und Seele ist.

Der Beweis liegt dort, wo Sie ihn für sich selbst herausfinden und sich Ihres eigenen Weges bewusst werden.