Phänomen Heilung
Gibt es Schicksal?
Wir gestalten unser Spielfeld selbst
Sind wir gefangen in einem Programm?
Fast jeder von uns hat es schon einmal erlebt: Wir hadern mit unserem Schicksal und fragen uns, warum unser Leben gerade so ist, wie es ist, und nicht anders. Warum haben wir es so schwer und nicht leichter? Warum haben die anderen mehr Glück, sind schöner, reicher, klüger, glücklicher, haben nettere Kollegen und liebevollere Partner, fähige Vorgesetzte und bessere Jobs, freundlichere Nachbarn und friedlichere Kinder. Warum sie, warum nicht ich?
Wenn wir gerade eine Zeit haben, in der wir unruhig durchs Leben driften, nach etwas Greifbarem suchen, nach Halt und Stärke, klagen wir gerne das – offenbar allmächtige, oft so ungerecht erscheinende – Schicksal an. Als wäre es eine Art Programm, das sich jemand ausgedacht hat und nach dem wir hier leben müssen. Und wir strampeln wie die Maus im Käfig, die vielleicht auch glaubt, sie habe eine Chance davonzukommen. Sind wir alle nur Versuchskaninchen? Oder ferngesteuerte Puppen in einem großen Spiel, dessen Regeln wir nicht kennen, wie im Kinohit „Matrix“?
Glauben Sie daran, erbarmungslos dem Schicksal ausgeliefert zu sein?
Wie immer die Antwort ausfällt, sie beeinflusst grundlegend unser Selbstverständnis. Warum trotten so viele von uns jeden Morgen zur Arbeit, ohne noch richtig zu wissen warum, nur um die Stromrechnung und die Miete bezahlen zu können? Heißt Schicksal, dass wir selbst keine Wahl haben? Können wir nur ein gegebenes Programm erfüllen? Und das gilt nicht nur für uns, auf unserer persönlichen Ebene, sondern auch für die Dinge, die auf der Weltbühne stattfinden: Wenn Naturkatastrophen und politische Katastrophen sich abwechseln, fragen sich viele: Warum muss das alles sein?
Um es gleich vorwegzunehmen: Es gibt kein Programm, das festlegt, was jetzt, gleich, morgen oder in den nächsten Tagen und Jahren mit uns passiert. Genausowenig wie es jemand anderen gibt, der das Programm für uns festsetzt und dafür sorgt, dass wir uns immer daran halten müssen, ob wir wollen oder nicht.
Das Einzige, was es gibt, ist ein Resultat von bereits gemachten Erfahrungen und gelebten Dingen, das mit beeinflusst, wie wir uns in bestimmten Situationen verhalten, wie wir bestimmte Erfahrungen und Muster anziehen, die sich dann bemerkbar machen in unserem Leben, als Lebensumstände und Rahmenbedingungen.
In weiten Teilen der Welt gibt es die Vorstellung, dass durch unser Karma vorherbestimmt ist, was uns im Leben widerfährt. Dem Karma, so wird geglaubt, können wir nicht ausweichen – es bestimmt uns jetzt und (je nachdem) auch im nächsten Leben.
Wir wissen, dass es anders ist. Wir werden nicht als Stein, Affe oder Schlange wiedergeboren, nur weil wir uns jetzt in diesem Leben nicht an irgendwelche Regelungen gehalten haben.
Wir können uns frei entwickeln und verändern und sind keinen Zwängen oder Vorhersagen unterworfen. Wir können selbst die Muster entdecken und uns dafür entscheiden, ein eigenes „Programm“ zu entwickeln, damit wir nicht in bestimmte Bahnen gedrängt werden.
Wir können selbstbestimmt unseren Weg gehen und unser Leben leben. Wir selbst sind es, die das neue Programm auflegen und bestimmen. Wir können den Weg aussuchen und das Leben genießen – unabhängig davon, welche Vorgeschichte, welche Erfahrungen, welche Herkunft wir mitbringen. Wir haben die Wahl, voller Kraft und Energie unser Leben selbst zu wählen. Die Frage ist, ob wir diese Möglichkeit erkennen – und wählen wollen.
Es gibt die Freiheit und keine 'falsche' Wahl
Damit ist natürlich nicht gesagt, dass wir uns, wie auf einem weißen Blatt Papier, ganz neu erfinden. Gewisse Vorlieben spielen ebenso eine Rolle wie unterschwellige Ängste und Bedürfnisse, die sich ihren Weg bahnen und damit die Menge unserer Optionen und Wahlmöglichkeiten im Hintergrund sanft einschränken.
Wir können uns das so ähnlich vorstellen wie beim Fernsehen: Wir schalten ein, sehen irgendetwas auf irgendeinem Kanal. Dann können wir entscheiden, ob uns das Thema und die Sendung interessieren oder nicht, können dabeibleiben oder aber einen anderen Kanal wählen.
Anders als beim Fernsehen werden uns in bestimmten Zeitabständen die Wahlmöglichkeiten wieder als Impuls unserer Seele angeboten, gleichsam neu präsentiert, und wir sind immer frei zu entscheiden, ob wir auf einem bestimmten Weg bleiben oder in eine andere Richtung gehen wollen. Es gibt keine endgültig „verpasste Chance“, und wir sind nicht für immer verloren, wenn wir einmal den scheinbar „falschen Weg“ eingeschlagen haben sollten.
Durch die Menge an gespeicherten Erlebnissen, Erfahrungen und Fähigkeiten in unserer Seele gibt es eine Vielzahl an Optionen und Wahlmöglichkeiten, die uns jederzeit angeboten werden. Wir können aber jetzt – zu einer bestimmten Zeit – nur wenige der vielen Alternativen auswählen und gleichzeitig umsetzen, da wir hier an die Linearität von Zeit und Raum gebunden sind.
Die Kunst ist es, einerseits die uns offenstehenden Wahlmöglichkeiten zu sehen, andererseits aber nicht – wie es vor dem Fernseher vorkommt – in eine Art „Zappen“ zu verfallen, indem wir endlos die Möglichkeiten durchspielen, das Für und Wider abwägen, uns in Wenn-und-Aber-Fragen verlieren – und am Ende ratlos und tatenlos bleiben, weil wir uns nicht entscheiden können. Als würden wir im Kreisverkehr immer wieder an allen Ausfahrten vorbeifahren, ohne Selbstbestimmung.
Gibt es so etwas wie eine wahre, richtige Lebensführung? Gibt es ein Ideal, wie das Leben ablaufen soll? Einen Maßstab, der für jeden gelten würde, ungeachtet seiner ganz besonderen Geschichte, seiner Erfahrungen? Und wenn ja, wer hätte diesen Maßstab „geeicht“?
Die Fragen selbst zeigen, dass wir die Freiheit haben, sie so oder so zu beantworten: Es sind unsere Erwartungen und Einstellungen, Überzeugungen und Überlegungen, die ausmachen, was wir als „Schicksal“ begreifen. Je weiter wir den Horizont sehen oder setzen – durch das, was wir für möglich halten, und durch unsere Idee davon, wer wir sein könnten, sein wollen –, umso weiter wird der entsprechende Raum, und umso weniger fühlen wir uns dem Schicksal ausgeliefert, sondern erfahren uns als selbst bestimmend.
Wenn wir uns verändern, verändern sich die Umstände, die wir sehen und in denen wir uns bewegen. Wir sind kein „Spielball“ mehr, der – von undurchschaubaren Kräften bewegt – mal hierhin, mal dorthin geschleudert wird, sondern wir sind als Spieler Teil des Spiels selbst.
Über die Zeit wurde das Wort Schicksal so sehr mit negativen Aspekten beladen, dass alle positiven Aspekte eines möglichen Schicksals immer mehr in Vergessenheit geraten sind. Schicksal wird fast immer als Schicksals-Schlag gesehen.
Die positiven Aspekte wie mitgebrachte Talente oder fördernde Rahmenbedingungen werden als Glück betrachtet, ohne zu wissen, dass dies auch Schicksal ist, auf der Grundlage schon gemachter Erlebnisse und Erfahrungen im unterstützenden Sinne. Dieses Positive, Leichte und Erhebende ist Teil unseres individuellen Schicksals.
Alles was bereits existiert, bündelt sich als Energiesystem und kann sich als Schicksal manifestieren, wenn wir die Selbstbestimmung und damit die Kontrolle darüber verlieren.
Schicksal wäre also alles, was von uns bereits gelebt und gespeichert ist. Doch wenn wir Kontrolle darüber haben, was unser Energiesystem ist, dann bestimmen wir auch, ob wir scheinbar Negatives oder Positives anziehen oder nicht. Und es liegt an uns selbst, dieses Verhältnis, dieses Potenzial in uns zu verändern, damit es nicht zu einem scheinbar negativen Schicksal wird, wenn wir dies nicht wünschen. Denn nur durch uns selbst und unsere Ausstrahlung äußert sich das, was wir leben und damit anziehen.
Das Prinzip von Anziehung und Abstoßung
Manchmal haben wir das Gefühl, Situationen geradezu magisch anzuziehen. Es scheint, als würden wir immer wieder in die gleiche Grube fallen – auch wenn wir uns jedes Mal blaue Flecken holen und uns vornehmen, das nächste Mal wirklich aufzupassen, das nächste Mal wirklich vorsichtiger zu sein, beim nächsten Mann (oder der nächsten Frau) alles anders zu machen und überhaupt nie wieder auf „so jemanden“ hereinzufallen. Und dann, eines Tages – stehen wir wieder genau dort, wo wir schon einmal waren.
Wie kann das sein? Wie kann es sein, dass wir anscheinend unbewusst eine Situation, eine Erfahrung wiederholen, wenn wir sie als schmerzhaft erlebt haben? Warum fallen wir immer wieder in die alten Muster zurück, die uns doch gar nicht gefallen oder guttun? Ist das alles nur „Einbildung“, oder gibt es irgend-einen Grund dafür? Macht sich das Schicksal einen Scherz, oder haben wir irgendwas selbst damit zu tun?
Dass wir Situationen gleichsam anzuziehen scheinen, ist tatsächlich so. Situationen – oder auch andere Menschen – die einem bestimmten Muster entsprechen, begegnen uns immer wieder von neuem. Und oft fällt uns erst später auf, dass es so ist, dass wir immer wieder den gleichen „Fehler“ machen, auf den gleichen „Typ“ reagieren oder bestimmte Symptome entwickeln. Es erfordert in jedem Fall eine Distanz von der gegenwärtigen Situation, diese Erlebnis- und Erfahrungsmuster bei uns selbst zu erkennen.
Es sind die in unserer Seele gespeicherten Erlebnisse und Erfahrungen, die solche Muster hervorrufen können. Die Zusammensetzung der Frequenzen, die in einem Menschen vorhanden sind und eine bestimmte Schwingung haben, ist der Auslöser für das Phänomen.
Die Frequenzen gehen auf einer ihnen eigenen Ebene hinaus ins Universum und erzeugen mit ihrer Schwingung eine Resonanz in Dingen, in denen das Potenzial liegt, auf dieser Frequenz mitzuschwingen wie ein Glas, das durch eine Stimme zum Klingen und sogar zum Klirren gebracht werden kann. Daher ist es in unserer linearen Ebene der Polarität eine Frage unseres Geschmacks bzw. unserer Ausrichtung, was wir möchten. Und so gelangen wir unter Umständen dann auch immer von neuem in vergleichbare Situationen.
Doch viel wichtiger als dieses Erkennen der Wiederholung ist die Einsicht, dass wir es selbst sind, die über die Aktivierung von Resonanz entscheiden können. Unsere Ausrichtung auf bestimmte Schwingungen und Frequenzen bestimmt darüber, was wir anziehen und welche Muster wir immer wieder durchleben.
Beschäftigt sich ein Mensch mit Einbruch oder Diebstahl, wird ihm alles einfallen, was damit zu tun hat. Konzentriert er sich auf Eifersucht, wird er ständig Situationen erzeugen, in denen er eifersüchtig sein kann. Konzentriert sich der Mensch auf Liebe und Zärtlichkeit, werden ihm Liebe und Zärtlichkeit begegnen. Konzentriert er sich auf Erfolg, auf welche Weise auch immer, wird ihm Erfolg beschert.
Das bedeutet, dass wir und alles, was wir ausstrahlen und erzeugen, Träger eines Musters und dementsprechend eine bestimmte Anziehungskraft und Abstoßungskraft besitzen. Das vermeintlich Negative zieht daher wieder Negatives an, weil es ein vermeintlich negatives Muster hat. Dasselbe gilt für das Positive.
Doch in beiden Positionen sind Sie selbst der Absender. Sie haben ein Muster erschaffen und tragen – auch wenn die Erschaffung weit zurückliegt – die Verantwortung für dieses Muster. Da Sie selbst es erschaffen haben, sind Sie es auch nur selbst, der es weg-erschaffen kann. Niemand sonst ist mitverantwortlich. Niemand bestraft Sie für etwas, kein Gott, kein Schicksal. Daher gibt es auch kein bestrafendes Karma.
© 2008 von Yashi Kunz und Gordon Müller-Eschenbach
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Das Buch ist erhältlich in unserem Shop oder im Buchhandel (ISBN: 978-3-939895-03-9)