Phänomen Heilung

Kapitel 6

Gibt es Schicksal?

Wir gestalten unser Spielfeld selbst

Sind wir gefangen in einem Programm?

Fast jeder von uns hat es schon einmal erlebt: Wir hadern mit unserem Schicksal und fragen uns, warum unser Leben gerade so ist, wie es ist, und nicht anders. Warum haben wir es so schwer und nicht leichter? Warum haben die anderen mehr Glück, sind schöner, reicher, klüger, glücklicher, haben nettere Kollegen und liebevollere Partner, fähige Vorgesetzte und bessere Jobs, freundlichere Nachbarn und friedlichere Kinder. Warum sie, warum nicht ich?

Wenn wir gerade eine Zeit haben, in der wir unruhig durchs Leben driften, nach etwas Greifbarem suchen, nach Halt und Stärke, klagen wir gerne das – offenbar allmächtige, oft so ungerecht erscheinende – Schicksal an. Als wäre es eine Art Programm, das sich jemand ausgedacht hat und nach dem wir hier leben müssen. Und wir strampeln wie die Maus im Käfig, die vielleicht auch glaubt, sie habe eine Chance davonzukommen. Sind wir alle nur Versuchskaninchen? Oder ferngesteuerte Puppen in einem großen Spiel, dessen Regeln wir nicht kennen, wie im Kinohit „Matrix“?
Glauben Sie daran, erbarmungslos dem Schicksal ausgeliefert zu sein?

Wie immer die Antwort ausfällt, sie beeinflusst grundlegend unser Selbstverständnis. Warum trotten so viele von uns jeden Morgen zur Arbeit, ohne noch richtig zu wissen warum, nur um die Stromrechnung und die Miete bezahlen zu können? Heißt Schicksal, dass wir selbst keine Wahl haben? Können wir nur ein gegebenes Programm erfüllen? Und das gilt nicht nur für uns, auf unserer persönlichen Ebene, sondern auch für die Dinge, die auf der Weltbühne stattfinden: Wenn Naturkatastrophen und politische Katastrophen sich abwechseln, fragen sich viele: Warum muss das alles sein?
   
Um es gleich vorwegzunehmen: Es gibt kein Programm, das festlegt, was jetzt, gleich, morgen oder in den nächsten Tagen und Jahren mit uns passiert. Genausowenig wie es jemand anderen gibt, der das Programm für uns festsetzt und dafür sorgt, dass wir uns immer daran halten müssen, ob wir wollen oder nicht.
Das Einzige, was es gibt, ist ein Resultat von bereits gemachten Erfahrungen und gelebten Dingen, das mit beeinflusst, wie wir uns in bestimmten Situationen verhalten, wie wir bestimmte Erfahrungen und Muster anziehen, die sich dann bemerkbar machen in unserem Leben, als Lebensumstände und Rahmenbedingungen.

In weiten Teilen der Welt gibt es die Vorstellung, dass durch unser Karma vorherbestimmt ist, was uns im Leben widerfährt. Dem Karma, so wird geglaubt, können wir nicht ausweichen – es bestimmt uns jetzt und (je nachdem) auch im nächsten Leben.
Wir wissen, dass es anders ist. Wir werden nicht als Stein, Affe oder Schlange wiedergeboren, nur weil wir uns jetzt in diesem Leben nicht an irgendwelche Regelungen gehalten haben.
Wir können uns frei entwickeln und verändern und sind keinen Zwängen oder Vorhersagen unterworfen. Wir können selbst die Muster entdecken und uns dafür entscheiden, ein eigenes „Programm“ zu entwickeln, damit wir nicht in bestimmte Bahnen gedrängt werden.
Wir können selbstbestimmt unseren Weg gehen und unser Leben leben. Wir selbst sind es, die das neue Programm auflegen und bestimmen. Wir können den Weg aussuchen und das Leben genießen – unabhängig davon, welche Vorgeschichte, welche Erfahrungen, welche Herkunft wir mitbringen. Wir haben die Wahl, voller Kraft und Energie unser Leben selbst zu wählen. Die Frage ist, ob wir diese Möglichkeit erkennen – und wählen wollen. 

Es gibt die Freiheit und keine 'falsche' Wahl

Damit ist natürlich nicht gesagt, dass wir uns, wie auf einem weißen Blatt Papier, ganz neu erfinden. Gewisse Vorlieben spielen ebenso eine Rolle wie unterschwellige Ängste und Bedürfnisse, die sich ihren Weg bahnen und damit die Menge unserer Optionen und Wahlmöglichkeiten im Hintergrund sanft einschränken.

Wir können uns das so ähnlich vorstellen wie beim Fernsehen: Wir schalten ein, sehen irgendetwas auf irgendeinem Kanal. Dann können wir entscheiden, ob uns das Thema und die Sendung interessieren oder nicht, können dabeibleiben oder aber einen anderen Kanal wählen.
Anders als beim Fernsehen werden uns in bestimmten Zeitabständen die Wahlmöglichkeiten wieder als Impuls unserer Seele angeboten, gleichsam neu präsentiert, und wir sind immer frei zu entscheiden, ob wir auf einem bestimmten Weg bleiben oder in eine andere Richtung gehen wollen. Es gibt keine endgültig „verpasste Chance“, und wir sind nicht für immer verloren, wenn wir einmal den scheinbar „falschen Weg“ eingeschlagen haben sollten.

Durch die Menge an gespeicherten Erlebnissen, Erfahrungen und Fähigkeiten in unserer Seele gibt es eine Vielzahl an Optionen und Wahlmöglichkeiten, die uns jederzeit angeboten werden. Wir können aber jetzt – zu einer bestimmten Zeit – nur wenige der vielen Alternativen auswählen und gleichzeitig umsetzen, da wir hier an die Linearität von Zeit und Raum gebunden sind.

Die Kunst ist es, einerseits die uns offenstehenden Wahlmöglichkeiten zu sehen, andererseits aber nicht – wie es vor dem Fernseher vorkommt – in eine Art „Zappen“ zu verfallen, indem wir endlos die Möglichkeiten durchspielen, das Für und Wider abwägen, uns in Wenn-und-Aber-Fragen verlieren – und am Ende ratlos und tatenlos bleiben, weil wir uns nicht entscheiden können. Als würden wir im Kreisverkehr immer wieder an allen Ausfahrten vorbeifahren, ohne Selbstbestimmung.

Gibt es so etwas wie eine wahre, richtige Lebensführung? Gibt es ein Ideal, wie das Leben ablaufen soll? Einen Maßstab, der für jeden gelten würde, ungeachtet seiner ganz besonderen Geschichte, seiner Erfahrungen? Und wenn ja, wer hätte diesen Maßstab „geeicht“?

Die Fragen selbst zeigen, dass wir die Freiheit haben, sie so oder so zu beantworten: Es sind unsere Erwartungen und Einstellungen, Überzeugungen und Überlegungen, die ausmachen, was wir als „Schicksal“ begreifen. Je weiter wir den Horizont sehen oder setzen – durch das, was wir für möglich halten, und durch unsere Idee davon, wer wir sein könnten, sein wollen –, umso weiter wird der entsprechende Raum, und umso weniger fühlen wir uns dem Schicksal ausgeliefert, sondern erfahren uns als selbst bestimmend.
Wenn wir uns verändern, verändern sich die Umstände, die wir sehen und in denen wir uns bewegen. Wir sind kein „Spielball“ mehr, der – von undurchschaubaren Kräften bewegt – mal hierhin, mal dorthin geschleudert wird, sondern wir sind als Spieler Teil des Spiels selbst.

Über die Zeit wurde das Wort Schicksal so sehr mit negativen Aspekten beladen, dass alle positiven Aspekte eines möglichen Schicksals immer mehr in Vergessenheit geraten sind. Schicksal wird fast immer als Schicksals-Schlag gesehen.

Die positiven Aspekte wie mitgebrachte Talente oder fördernde Rahmenbedingungen werden als Glück betrachtet, ohne zu wissen, dass dies auch Schicksal ist, auf der Grundlage schon gemachter Erlebnisse und Erfahrungen im unterstützenden Sinne. Dieses Positive, Leichte und Erhebende ist Teil unseres individuellen Schicksals.
Alles was bereits existiert, bündelt sich als Energiesystem und kann sich als Schicksal manifestieren, wenn wir die Selbstbestimmung und damit die Kontrolle darüber verlieren.
Schicksal wäre also alles, was von uns bereits gelebt und gespeichert ist. Doch wenn wir Kontrolle darüber haben, was unser Energiesystem ist, dann bestimmen wir auch, ob wir scheinbar Negatives oder Positives anziehen oder nicht. Und es liegt an uns selbst, dieses Verhältnis, dieses Potenzial in uns zu verändern, damit es nicht zu einem scheinbar negativen Schicksal wird, wenn wir dies nicht wünschen. Denn nur durch uns selbst und unsere Ausstrahlung äußert sich das, was wir leben und damit anziehen.

Das Prinzip von Anziehung und Abstoßung

Manchmal haben wir das Gefühl, Situationen geradezu magisch anzuziehen. Es scheint, als würden wir immer wieder in die gleiche Grube fallen – auch wenn wir uns jedes Mal blaue Flecken holen und uns vornehmen, das nächste Mal wirklich aufzupassen, das nächste Mal wirklich vorsichtiger zu sein, beim nächsten Mann (oder der nächsten Frau) alles anders zu machen und überhaupt nie wieder auf „so jemanden“ hereinzufallen. Und dann, eines Tages – stehen wir wieder genau dort, wo wir schon einmal waren.
Wie kann das sein? Wie kann es sein, dass wir anscheinend unbewusst eine Situation, eine Erfahrung wiederholen, wenn wir sie als schmerzhaft erlebt haben? Warum fallen wir immer wieder in die alten Muster zurück, die uns doch gar nicht gefallen oder guttun? Ist das alles nur „Einbildung“, oder gibt es irgend-einen Grund dafür? Macht sich das Schicksal einen Scherz, oder haben wir irgendwas selbst damit zu tun?

Dass wir Situationen gleichsam anzuziehen scheinen, ist tatsächlich so. Situationen – oder auch andere Menschen – die einem bestimmten Muster entsprechen, begegnen uns immer wieder von neuem. Und oft fällt uns erst später auf, dass es so ist, dass wir immer wieder den gleichen „Fehler“ machen, auf den gleichen „Typ“ reagieren oder bestimmte Symptome entwickeln. Es erfordert in jedem Fall eine Distanz von der gegenwärtigen Situation, diese Erlebnis- und Erfahrungsmuster bei uns selbst zu erkennen.

Es sind die in unserer Seele gespeicherten Erlebnisse und Erfahrungen, die solche Muster hervorrufen können. Die Zusammensetzung der Frequenzen, die in einem Menschen vorhanden sind und eine bestimmte Schwingung haben, ist der Auslöser für das Phänomen.
Die Frequenzen gehen auf einer ihnen eigenen Ebene hinaus ins Universum und erzeugen mit ihrer Schwingung eine Resonanz in Dingen, in denen das Potenzial liegt, auf dieser Frequenz mitzuschwingen wie ein Glas, das durch eine Stimme zum Klingen und sogar zum Klirren gebracht werden kann. Daher ist es in unserer linearen Ebene der Polarität eine Frage unseres Geschmacks bzw. unserer Ausrichtung, was wir möchten. Und so gelangen wir unter Umständen dann auch immer von neuem in vergleichbare Situationen.

Doch viel wichtiger als dieses Erkennen der Wiederholung ist die Einsicht, dass wir es selbst sind, die über die Aktivierung von Resonanz entscheiden können. Unsere Ausrichtung auf bestimmte Schwingungen und Frequenzen bestimmt darüber, was wir anziehen und welche Muster wir immer wieder durchleben.
Beschäftigt sich ein Mensch mit Einbruch oder Diebstahl, wird ihm alles einfallen, was damit zu tun hat. Konzentriert er sich auf Eifersucht, wird er ständig Situationen erzeugen, in denen er eifersüchtig sein kann. Konzentriert sich der Mensch auf Liebe und Zärtlichkeit, werden ihm Liebe und Zärtlichkeit begegnen. Konzentriert er sich auf Erfolg, auf welche Weise auch immer, wird ihm Erfolg beschert.

Das bedeutet, dass wir und alles, was wir ausstrahlen und erzeugen, Träger eines Musters und dementsprechend eine bestimmte Anziehungskraft und Abstoßungskraft besitzen. Das vermeintlich Negative zieht daher wieder Negatives an, weil es ein vermeintlich negatives Muster hat. Dasselbe gilt für das Positive.
Doch in beiden Positionen sind Sie selbst der Absender. Sie haben ein Muster erschaffen und tragen – auch wenn die Erschaffung weit zurückliegt – die Verantwortung für dieses Muster. Da Sie selbst es erschaffen haben, sind Sie es auch nur selbst, der es weg-erschaffen kann. Niemand sonst ist mitverantwortlich. Niemand bestraft Sie für etwas, kein Gott, kein Schicksal. Daher gibt es auch kein bestrafendes Karma.

© 2008 von Yashi Kunz und Gordon Müller-Eschenbach
Alle Rechte vorbehalten. Keine Kopie, Speicherung und Verbreitung ohne schriftliche Zustimmung der Autoren

Das Buch ist erhältlich in unserem Shop oder im Buchhandel (ISBN: 978-3-939895-03-9)

(...Fortsetzung:)

 

Karma, ein manchmal missverstandener Begriff, ist das Prinzip von Ursache und Wirkung: Für alles, was man erzeugt, was man hinterlässt – ob (vermeintlich) positiv oder negativ – trägt man selbst die Verantwortung. In Wirklichkeit gibt es keine Bestrafungsthematik im Karma, wie einige Richtungen annehmen. Wie es zu dieser Meinung kam, ist aber verständlich: Wenn man negative Dinge gespeichert hat, egal aus welcher Zeit, und negative Dinge jetzt wieder anzieht, kann das von außen betrachtet den Anschein haben, dass man mit den negativen Dingen als Karma bestraft wird. Das ist jedoch eine rein energetische Reaktion von Anziehung und Abstoßung. Es gibt niemanden, der sagt und entscheidet: „Du bist gut“ oder „Du bist böse“. Da jedoch die Intelligenz Seele und Geist auch unabhängig von der Dimension Raum und Zeit existieren können, kann es zu einer beliebigen Reaktivierung von gespeicherten Dingen kommen. Es muss daher kein sichtbarer kausaler Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung für uns hier auf der zeitlichen Ebene erkennbar werden.
Karma ist die wertneutrale Aufzeichnung von Plus und Minus, und das Spiel von Plus und Minus existiert in der Polarität. Jeder Mensch entscheidet sein Niveau, das er leben möchte, durch die Konzentration. Denn worauf du dich konzentrierst, wird als Frequenz in deiner Seele mobilisiert.

Die Frage, die wir uns stellen müssen, lautet daher: Was suche ich wirklich? Suche ich Brutalität, dann werde ich sie auch anziehen. Das klingt logisch – „Wie man in den Wald hineinschreit, so schallt es heraus“, heißt eine alte Volksweisheit.
Aber auch die Umkehrung funktioniert: Habe ich eine große Angst vor einer solchen Schwingung, kann es sein, dass ich mich auf eine ganz besondere Schwingung von Angst konzentriere, in der Brutalität mitschwingt. Und auf diese Weise ziehe ich dann die Brutalität an, obwohl ich sie nicht will.

Wenn ich mich also durch die Konzentration auf Angst und Enge noch stärker auf das konzentriere, wovor ich Angst habe, verstärke ich diese Schwingung, anstatt sie abzuwehren. Es kommt damit nicht zu einem Abbremsen des ausgestrahlten Musters, wie man zuerst meinen könnte. Das Niveau und die Art der Schwingungsfrequenz, auf die wir uns konzentrieren, machen alles aus. Wir können also genau das anziehen, was wir wollen – aber eben auch genau das, was wir nicht wollen. Oft liegt die Konzentration im Alltag mehr bei den Dingen, die wir nicht wollen, anstatt auf den Dingen, die wir uns aus tiefstem Herzen wünschen – und gerade damit ziehen wir diese Dinge dann noch mehr an.

Eine universale Gesetzmäßigkeit lautet: „Was wir säen, ernten wir.“ So wie man auch nicht plötzlich entscheiden kann, jetzt etwas ernten zu wollen, so kommt oftmals das, was ich jetzt bewusst will oder nicht, weniger stark zum Tragen als die Konzentration, die schon in mir gespeichert ist und die dann die entsprechenden Situationen anzieht. Im Guten wie im Schlechten. Wenn ich Wärme habe, werde ich Wärme abgeben – und ziehe auch automatisch Wärme an.

Wir haben über die Zeiten so viele Muster in uns angesammelt, dass die von uns geformte Fassung des Lebens fortlaufend energetisch von uns ausgesendet wird mit den Frequenzen, die in uns abgespeichert sind. Damit existiert in der äußeren Realität ein energetisches Spiegelbild von uns – also die Reflexion der Dinge, die in unserer Seele gespeichert sind –, und dieses Spiegelbild ist auf der Suche nach dem geeigneten Energiemuster, das zu uns passt. Durch unsere eigenen Schwingungen lösen wir also Schwingungen außerhalb von uns aus und ziehen auf diese Weise Situationen und Menschen an, die darauf eine Resonanz bieten. Sie sind in gewissem Sinne das „Echo“, das wir mit unseren eigenen Mustern erzeugen.

Sollten wir uns dann möglichst nur auf schöne Dinge konzentrieren, die uns Freude machen und die wir dann auch energetisch anziehen? Selbstverständlich ist das freie Wahl. Der freie Wille in uns gibt uns die Entscheidungsfähigkeit.
Auf alle Fälle ist es hilfreich, wenn wir nicht zu viel Ballast im Körper haben, damit sich die hohen Schwingungen unserer höheren Seelenebenen auch zeigen können. Wenn wir körperlich erschöpft sind, bedeutet das gleichzeitig auch, dass die Speicherungen in den ersten drei Seelenebenen dann mit uns „wilde Sau spielen“ können.
Je glücklicher wir sind, umso mehr sind wir bei uns selbst und senden damit automatisch auch schöne Frequenzen nach außen. Wenn wir glücklich sind, wollen wir auch andere glücklich sehen. Ebenso ist es im umgekehrten Fall. Wenn wir sauer sein wollen, dann suchen wir uns Menschen in unserer Umgebung, die selber sauer sind, weil sie glücklich strahlende Menschen in dem Moment nicht ausstehen können und diese dann zum Beispiel als oberflächlich abtun. Oder wir schaffen es sogar, dass die Mitmenschen sauer werden durch unsere eigene Ausstrahlung und Verhaltensweisen.
Wann immer wir uns einem anderen Menschen, einer Situation, einer Erfahrung zuwenden, wählen wir aus, was wir darin „sehen“ und spüren wollen. Wir nehmen die Welt so wahr, dass sie uns bestätigt. Einfach gesagt: Wenn ich einen kleinkarierten Hut aufhabe, sehe ich nur die kleinkarierten Dinge. Wenn wir eine bestimmte Brille aufhaben, sehen wir nur einen bestimmten Ausschnitt der Welt.
Das Anziehungsprinzip gilt für alle unsere Erfahrungen, auch diejenigen, die wir mit anderen Menschen machen. Ich kann eine bestimmte Person und ein Verhaltens-/Charaktermuster anziehen, weil ich selber ein solches Muster in mir trage oder weil ich selbst eine festgefahrene Idee von etwas ganz Spezifischem habe und daraus etwas lernen will. Dann ziehe ich jemanden an, damit ich das lernen kann für mich.

Ihre innere Klarheit ist wichtig

Aufgrund der Gesetzmäßigkeit der sich anziehenden Energien bedeutet dies, dass Sie zunächst sich selbst verändern müssen, damit Sie das anziehen können, was Sie wollen – was wiederum voraussetzt, dass Sie darüber auch Klarheit haben.

Diese Klarheit zu gewinnen, zu wissen, was Sie wollen und wer Sie sind, ist nicht selbstverständlich, sondern ein Weg der Entwicklung. Diesen Weg, diese Entwicklungen können Sie stärken und fördern, etwa durch die Selbstreflexion in der Meditation, in der Sie üben, das Ego und die verschiedenen Blockaden ruhig zu stellen, die Ihnen normalerweise immer „dazwischenreden“ und ihren Willen aufdrängen. Dann können Sie erkennen, was das Innerste ist, was Ihre Seele wirklich möchte.

Normalerweise liegt die Schwierigkeit darin, sich absolut neutral zu halten und gleichzeitig seine Wünsche nicht aus den Augen zu verlieren. Wenn Sie einen wirklichen Wunsch in sich spüren, werden Sie herausfinden, was in der gegenwärtigen Situation für Sie richtig ist. Meistens wünschen wir uns etwas, was mehr unserem „Hut“, also unserer Ego-Begrenzung entspricht und weniger unserer Seele.

Wir können davon ausgehen, dass die Seele besser weiß, was für uns richtig ist und was nicht. Vorstellungen begrenzen eher unsere Möglichkeiten, weil wir Ausschau halten nach etwas ganz Besonderem und damit die Möglichkeiten automatisch begrenzen, die uns eigentlich geboten werden.

Wenn Sie eine schnelle Entwicklung anstreben, dann lassen Sie Ihre Seele wählen, und lassen Sie die vom Ego getriebenen Spezifizierungen der äußeren Wunschliste hinter sich. Im Kontakt zu Ihrer Seele werden Sie dann auch immer spüren, ob Sie sich selbst gegenüber ehrlich sind oder nicht.

Was kann Sie also daran hindern, Schönes anzuziehen anstatt Negatives? In den bisherigen Kapiteln haben wir gesehen, dass es durch eine zeitweise gelebte Dominanz der ersten drei Astralebenen zu Behinderungen des freien Fließens unserer Seele gekommen ist. Es gibt aber auch eine Möglichkeit, dass in den ersten drei Ebenen Konstellationen gespeichert sind, die durch Gegenschwingungen Barrieren aufbauen und uns Kraft bzw. Energie kosten.

Das können negative Gedanken sein oder das selbst geschaffene „Ja-Nein-Prinzip“. Zum Beispiel sagt uns ein Teil unserer Gefühle „Ja, genieß die wunderschöne Schokoladentorte“, aber ein anderes Gefühl in uns sagt gleichzeitig: „Mach das bloß nicht, du wirst nur fett“. Und jetzt entscheiden wir uns für ein großes Stück Schokoladentorte im Café – und schon arbeiten wir selbst gegen unser eigenes Gefühl „Mach das nicht“. Damit entstehen zwei Frequenzen, die gegeneinander laufen.
Durch das Entstehen eines „schlechten Gewissens“, das uns zweifeln lässt, ob die Entscheidung jetzt doch so gut war, schaffen wir schnell noch eine zusätzliche dritte Energie in uns, die uns wie ein Querschläger noch zusätzlich Kraft kostet.
Wenn jetzt die Uressenz der Seele weiß, dass wir die Schokoladentorte gerade nicht essen sollten, weil sie unserem Körper nicht guttut, und dazu von uns selbst die Gefühlsschwingungen aus der Erklärung „Mach das bloß nicht“ noch in unseren eigenen Körper aufgenommen werden, dann entstehen noch mehr Frequenzen in uns, die gegeneinander laufen und so ein Fließen im Gleichgewicht verhindern.

Zu viele von diesen sich selbst behindernden Schwingungen, die gegen das freie Fließen in uns – und damit gegen das Leben an sich – sind, können Unterbrechungen und dadurch Krankheiten in uns entstehen lassen.



Übung: Ja-Nein-Konflikte in sich finden (...)