Phänomen Heilung

Kapitel 1

Der Anfang liegt in uns

oder: Warum ist alles so kompliziert?

Warum sind wir eigentlich hier?
Welchen Sinn hat das Leben überhaupt?
Wieso trifft das Schicksal jetzt gerade mich?

Die meisten Menschen haben sich in ihrem Leben schon mit solchen Fragen auseinandergesetzt, mal weniger intensiv und mal sehr intensiv. Gerade wenn einem die Decke auf den Kopf fällt, wenn wir eine Enttäuschung erleben, kein Lichtblick weit und breit in Sicht ist und niemand, der sich um uns kümmert. Die großen Fragen stellen wir uns nicht nur an den großen Wendepunkten im Leben, sondern oft dann, wenn uns der Alltag gerade „klein“ macht – wenn wir krank werden, Sorgen und Probleme sich vor uns auftürmen und wir nicht mehr weiterwissen.

Aber wonach suchen wir eigentlich? Nach dem Glück, nach Gesundheit, Freude, nach Liebe ... Wäre es nicht eine seltsame Vorstellung, wenn wir da wären, um immer wieder mit dem Leben zu hadern, um krank zu sein und das Leben nicht in vollen Zügen genießen zu können?

Aber was bedeutet es denn, ein Leben in vollen Zügen zu genießen? Wäre das ein Leben im Luxus, im Überfluss – oder umgekehrt, in Ruhe und Einfachheit? Viele sehnen sich nach einem anderen, „besseren“ Leben: danach, von fröhlichen Menschen umgeben zu sein, in materieller Sicherheit zu leben, Ansehen und Anerkennung zu genießen – mit einem Partner, vielleicht mit Kindern, die uns mit ihrer Energie und ihrem Tatendrang fordern. Oder wir sehnen uns danach, mehr Zeit zu haben, um unsere Träume zu verwirklichen und Abenteuer zu erleben, anstatt im Alltagstrott zu versinken.

So unterschiedlich unsere Träume vom „richtigen“ und guten Leben sind, so suchen wir doch zumeist das Glück, die Gesundheit, die Freude und die Liebe „draußen“ in der Welt   – in den äußeren Umständen, die uns all dies geben oder, öfter noch, offenbar verweigern. Die Bedingungen und Maßstäbe für unser Glück und unsere innere Zufriedenheit sehen wir in einem Außen, das stimuliert, lenkt, leitet und bestimmt, wie es uns geht.

Sind wir tatsächlich ein Spielball des Zufalls, des Schicksals, der Art und Weise unserer Lebensumstände? Auf der rein körperlichen Ebene könnte man tatsächlich die Meinung vertreten, jeder von uns sei nichts weiter als ein „Zufallsprodukt“, entstanden aus der Tatsache, dass die biologischen Eltern sich körperlich geliebt haben und ein Spermium seinen Weg zur Eizelle gefunden hat. Doch so richtig befriedigt diese Erkenntnis vermutlich die wenigsten von uns. Wenn wir uns gleichzeitig vor Augen führen, wie viele Partner vergeblich versuchen, Kinder zu bekommen, stellt sich die Frage, ob nicht hinter dem Menschwerden auf der rein biologischen Ebene, also dem Beginn der Zellteilung, noch eine andere Kraft ins Spiel kommt. Eine Kraft, die dafür sorgt, dass Spermium und Eizelle sich wirklich finden und auch zusammenbleiben.          

Wenn dem so wäre, dann gäbe es damit auch eine Kraft, die das Leben selbst fördert und ermöglicht. Könnte das die seelische Ebene sein? Und die körperliche Ebene würde dann gar nicht ohne die seelische Ebene funktionieren.Sehen wir uns für einen Moment einmal selbst als ein „System Mensch“ mit allen unseren Organen, Drüsen, Zellen und Nervengeflechten, die normalerweise perfekt aufeinander abgestimmt zusammenarbeiten – so selbstverständlich, dass wir dieses Zusammenspiel gar nicht bewusst wahrnehmen. Aber ist es nicht so, dass auch dieses Zusammenspiel von einer inneren Kraft getragen ist und gefördert wird? Wie wunderbar das ganz normale „Funktionieren“ ist, merken wir meist erst, wenn etwas nicht mehr so läuft, wie wir uns das vorstellen. Dann erst werden wir auf unseren Körper aufmerksam. Dann haben wir eine Chance zu spüren, dass es diese innere Kraft gibt, die uns sonst in großer Intensität zur Verfügung steht.

Wir könnten uns also fragen, ob wir überhaupt das, was in uns selbst ist, mit einbeziehen, wenn wir uns ein perfektes Leben vorstellen. Nur wenige werden aber ihrem Innersten einen Platz auf ihrer Wunschliste ans Universum gegeben haben.

In den folgenden Kapiteln werden wir sehen, dass der Anfang – und viele Antworten – vielleicht eher in uns selbst liegt als in dem, was uns umgibt. Wir werden sehen, dass es etwas in uns selbst gibt, das uns mit Leben erfüllt, uns inspiriert und mit Glück erstrahlen lässt.

Leben ist Bewegung

Was ist überhaupt Leben? Denken wir einfach an den Anfang allen Lebens und an das Erste, was wir tun, wenn wir auf die Welt kommen. Wir stellen keine Fragen oder klagen die Umstände an, sondern machen etwas ganz anderes, ganz Einfaches: Wir atmen. Die erste Bewegung, die ein Mensch macht, ist das Einatmen. Dieses Einatmen ermöglicht das Leben und produziert über das Zwerchfell und den Solarplexus Wärme. Der Solarplexus (auch „Sonnengeflecht“) liegt etwa eine halbe Handbreit über dem Bauchnabel in der Mitte des Körpers. Er ist als Nervengeflecht ein Hauptknotenpunkt im Körper des Menschen.

Beim Atmen nehmen wir Vitalität auf, die beim Tod, im letzten Ausatmen, als Odem den Körper verlässt. Mit dem Tod tritt Stillstand ein. Wenn Tod und Stillstand das Gegenteil von Leben sind, könnte man Leben auch als eine Frequenz beschreiben, die in eine Bewegung mündet. Diese Beweggung anzuhalten, hieße dann, sich gegen das Leben zu wenden. Je größer die Absicht ist zu leben, je größer die Freude, umso größer ist die Bewegung in ihrer Ausdehnung, umso größer sind die Frequenzen und die Energien; und umso weniger kann dann das Leben angehalten werden.

Leben spüren zu wollen in unserem Körper würde bedeuten, dass wir zunächst auf uns selbst zugehen, uns wahrnehmen und unseren Körper als physisches Instrument annehmen. Damit beginnen wir, uns auf das zu fokussieren, was wir als Menschen wirklich sind.

Der Anfang liegt also bei Ihnen und Ihrem physischen Körper: Ist Ihr Körper schwer, oder fühlt er sich leicht an? Können Sie das Fließen in Ihrem Körper wahrnehmen? Können Sie Schmerzen oder Freude wahrnehmen? Ist Ihr Körper für Sie überhaupt interessant, oder ist er Ihnen eher lästig? Macht er Ihnen Probleme? Oder empfinden Sie, dass im Körper keine Lust mehr zu verspüren ist, keine Freude mehr in Ihnen ist?


© 2008 von Yashi Kunz und Gordon Müller-Eschenbach
Alle Rechte vorbehalten. Keine Kopie, Speicherung und Verbreitung ohne schriftliche Zustimmung der Autoren

Das Buch ist erhältlich in unserem  Shop oder im Buchhandel (ISBN: 978-3-939895-03-9)

(...Fortsetzung:)

Durch diese Art der Konzentration erhöht sich automatisch Ihre Sensitivität. So wird ein Wahrnehmen von Störungen möglich, noch bevor diese zu einer hartnäckigen Erkrankung werden können.

Übung: Sich auf gemachte Erfahrungen konzentrieren und die unterschiedlichen Wirkungen vergleichen (...)

Was können wir daraus schließen? Sie haben es selbst sicher schon des öfteren erlebt: Schönes und die Konzentration auf schöne Erlebnisse oder angenehme Erinnerungen spenden Ihnen Freude, geben Ihnen das Gefühl von Kraft und Weite. Umgekehrt kennen Sie es sicher genauso gut: Wenn Sie sich an negative Erlebnisse erinnern, wenn Sie sich vor etwas fürchten, entsteht eine Enge, Sie fühlen sich kraftlos und spüren eine Müdigkeit und Erschöpfung.

Wenn dies so ist, dann müssten wir uns überlegen, wie Erinnerungen an Erlebnisse und Erfahrungen – ohne dass wir uns dies jedes Mal bewusst machen – in unserem Leben wirken. Sie können uns entweder unterstützen und kräftigen, ermutigen; oder sie können uns auch in eine besondere Not bringen.

Leben ist freie Wahl

Sie können sich also ganz freiwillig so stark auf etwas Negatives konzentrieren, dass Sie Atemnot bekommen und dass Sie keine Lust mehr haben, morgens aufzustehen. Also erleben Sie gerade, dass Sie die Freiheit haben, sich auf etwas Leichtes oder Schweres zu konzentrieren, und dass Sie damit viel beeinflussen können.

 

Dies geschieht in Ihrer Konzentration durch eine Reaktivierung von gespeicherten Frequenzen, die Sie darin unterstützen, das Leben leicht oder schwer zu (er-)leben. Das bedeutet, dass Sie sich auf das konzentrieren sollten, was Sie wollen und wünschen. Und wenn wir wissen, dass wir leicht und mit Freude leben können, dann wäre es unklug, uns nicht für das Schöne zu entscheiden, oder?

 

Je größer Ihre Freude und Lust ist, in Ihrem Körper zu sein und zu beobachten, was Leben ist, umso besser. So finden Sie heraus, dass etwas in Ihnen ist, bei dem Sie zu jeder Sekunde entscheiden können, ob Sie davon mehr oder weniger wollen.

 

Sie können sich also entscheiden zu leben. Sie können sich entscheiden, nicht zu leben. Sie können Ihre Kraft aktivieren im Positiven, und Sie können sich selbst begrenzen. Leben ist eine freie Wahl. Leben ist eine freie Bestimmung. Und wenn wir uns frei entscheiden können, warum kommen wir dann nicht schon immer auf die Idee, es uns im Leben leichter zu machen? Sind das Schuldgefühle, oder welche Erfahrungen haben wir gespeichert, die wir immer wieder aufrufen und aufwärmen?

 

Wenn es stimmt, dass wir von Urbeginn an die freie Wahl hatten zu leben, dann hätten wir wirklich alle vergessen, dass wir von Grund auf das Glück, die Freude, die Liebe und das Wunderbare in uns haben.

 

Aber wir haben über die Jahrhunderte das Wissen verloren, dass wir Innigkeit und Liebe sind. Wir haben unseren Ursprung verloren und unser Wissen, dass wir göttliche Geschöpfe sind. War es eventuell früher tatsächlich so, dass man – als einfacher Mensch – wirklich nicht die freie Wahl hatte, weil man sonst nicht das machte, was andere von einem wollten? Für wen war das besser? Wohl nicht für einen selbst.


Übung: Sich selbst auf der Lauer liegen (...)

 

Spüren Sie, dass Ihr Körper ein Reaktionsvermögen hat und mit Hingabe von Ihnen selbst wahrgenommen werden kann, wo Sie stehen. Das erhöht Ihr eigenes Vertrauen in sich selbst. Damit können Sie jeden Tag durch Beobachtung selbst entscheiden, ob Sie sich auf die unterstützende oder behindernde Ebene konzentrieren möchten.

 

Es gibt diese Hoffnung, dass wir alle selbst mit uns arbeiten können, damit wir nicht in einem tiefen Loch sitzen. Wir alle können das Leben unbeschwerter und freier genießen! Wir alle haben die Chance, neu zu beginnen.

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