Phänomen Heilung
Der Anfang liegt in uns
oder: Warum ist alles so kompliziert?
Warum sind wir eigentlich hier?
Welchen Sinn hat das Leben überhaupt?
Wieso trifft das Schicksal jetzt gerade mich?
Die meisten Menschen haben sich in ihrem Leben schon mit solchen Fragen auseinandergesetzt, mal weniger intensiv und mal sehr intensiv. Gerade wenn einem die Decke auf den Kopf fällt, wenn wir eine Enttäuschung erleben, kein Lichtblick weit und breit in Sicht ist und niemand, der sich um uns kümmert. Die großen Fragen stellen wir uns nicht nur an den großen Wendepunkten im Leben, sondern oft dann, wenn uns der Alltag gerade „klein“ macht – wenn wir krank werden, Sorgen und Probleme sich vor uns auftürmen und wir nicht mehr weiterwissen.
Aber wonach suchen wir eigentlich? Nach dem Glück, nach Gesundheit, Freude, nach Liebe ... Wäre es nicht eine seltsame Vorstellung, wenn wir da wären, um immer wieder mit dem Leben zu hadern, um krank zu sein und das Leben nicht in vollen Zügen genießen zu können?
Aber was bedeutet es denn, ein Leben in vollen Zügen zu genießen? Wäre das ein Leben im Luxus, im Überfluss – oder umgekehrt, in Ruhe und Einfachheit? Viele sehnen sich nach einem anderen, „besseren“ Leben: danach, von fröhlichen Menschen umgeben zu sein, in materieller Sicherheit zu leben, Ansehen und Anerkennung zu genießen – mit einem Partner, vielleicht mit Kindern, die uns mit ihrer Energie und ihrem Tatendrang fordern. Oder wir sehnen uns danach, mehr Zeit zu haben, um unsere Träume zu verwirklichen und Abenteuer zu erleben, anstatt im Alltagstrott zu versinken.
So unterschiedlich unsere Träume vom „richtigen“ und guten Leben sind, so suchen wir doch zumeist das Glück, die Gesundheit, die Freude und die Liebe „draußen“ in der Welt – in den äußeren Umständen, die uns all dies geben oder, öfter noch, offenbar verweigern. Die Bedingungen und Maßstäbe für unser Glück und unsere innere Zufriedenheit sehen wir in einem Außen, das stimuliert, lenkt, leitet und bestimmt, wie es uns geht.
Sind wir tatsächlich ein Spielball des Zufalls, des Schicksals, der Art und Weise unserer Lebensumstände? Auf der rein körperlichen Ebene könnte man tatsächlich die Meinung vertreten, jeder von uns sei nichts weiter als ein „Zufallsprodukt“, entstanden aus der Tatsache, dass die biologischen Eltern sich körperlich geliebt haben und ein Spermium seinen Weg zur Eizelle gefunden hat. Doch so richtig befriedigt diese Erkenntnis vermutlich die wenigsten von uns. Wenn wir uns gleichzeitig vor Augen führen, wie viele Partner vergeblich versuchen, Kinder zu bekommen, stellt sich die Frage, ob nicht hinter dem Menschwerden auf der rein biologischen Ebene, also dem Beginn der Zellteilung, noch eine andere Kraft ins Spiel kommt. Eine Kraft, die dafür sorgt, dass Spermium und Eizelle sich wirklich finden und auch zusammenbleiben.
Wenn dem so wäre, dann gäbe es damit auch eine Kraft, die das Leben selbst fördert und ermöglicht. Könnte das die seelische Ebene sein? Und die körperliche Ebene würde dann gar nicht ohne die seelische Ebene funktionieren.Sehen wir uns für einen Moment einmal selbst als ein „System Mensch“ mit allen unseren Organen, Drüsen, Zellen und Nervengeflechten, die normalerweise perfekt aufeinander abgestimmt zusammenarbeiten – so selbstverständlich, dass wir dieses Zusammenspiel gar nicht bewusst wahrnehmen. Aber ist es nicht so, dass auch dieses Zusammenspiel von einer inneren Kraft getragen ist und gefördert wird? Wie wunderbar das ganz normale „Funktionieren“ ist, merken wir meist erst, wenn etwas nicht mehr so läuft, wie wir uns das vorstellen. Dann erst werden wir auf unseren Körper aufmerksam. Dann haben wir eine Chance zu spüren, dass es diese innere Kraft gibt, die uns sonst in großer Intensität zur Verfügung steht.
Wir könnten uns also fragen, ob wir überhaupt das, was in uns selbst ist, mit einbeziehen, wenn wir uns ein perfektes Leben vorstellen. Nur wenige werden aber ihrem Innersten einen Platz auf ihrer Wunschliste ans Universum gegeben haben.
In den folgenden Kapiteln werden wir sehen, dass der Anfang – und viele Antworten – vielleicht eher in uns selbst liegt als in dem, was uns umgibt. Wir werden sehen, dass es etwas in uns selbst gibt, das uns mit Leben erfüllt, uns inspiriert und mit Glück erstrahlen lässt.
Leben ist Bewegung
Was ist überhaupt Leben? Denken wir einfach an den Anfang allen Lebens und an das Erste, was wir tun, wenn wir auf die Welt kommen. Wir stellen keine Fragen oder klagen die Umstände an, sondern machen etwas ganz anderes, ganz Einfaches: Wir atmen. Die erste Bewegung, die ein Mensch macht, ist das Einatmen. Dieses Einatmen ermöglicht das Leben und produziert über das Zwerchfell und den Solarplexus Wärme. Der Solarplexus (auch „Sonnengeflecht“) liegt etwa eine halbe Handbreit über dem Bauchnabel in der Mitte des Körpers. Er ist als Nervengeflecht ein Hauptknotenpunkt im Körper des Menschen.
Beim Atmen nehmen wir Vitalität auf, die beim Tod, im letzten Ausatmen, als Odem den Körper verlässt. Mit dem Tod tritt Stillstand ein. Wenn Tod und Stillstand das Gegenteil von Leben sind, könnte man Leben auch als eine Frequenz beschreiben, die in eine Bewegung mündet. Diese Beweggung anzuhalten, hieße dann, sich gegen das Leben zu wenden. Je größer die Absicht ist zu leben, je größer die Freude, umso größer ist die Bewegung in ihrer Ausdehnung, umso größer sind die Frequenzen und die Energien; und umso weniger kann dann das Leben angehalten werden.
Leben spüren zu wollen in unserem Körper würde bedeuten, dass wir zunächst auf uns selbst zugehen, uns wahrnehmen und unseren Körper als physisches Instrument annehmen. Damit beginnen wir, uns auf das zu fokussieren, was wir als Menschen wirklich sind.
Der Anfang liegt also bei Ihnen und Ihrem physischen Körper: Ist Ihr Körper schwer, oder fühlt er sich leicht an? Können Sie das Fließen in Ihrem Körper wahrnehmen? Können Sie Schmerzen oder Freude wahrnehmen? Ist Ihr Körper für Sie überhaupt interessant, oder ist er Ihnen eher lästig? Macht er Ihnen Probleme? Oder empfinden Sie, dass im Körper keine Lust mehr zu verspüren ist, keine Freude mehr in Ihnen ist?
© 2008 von Yashi Kunz und Gordon Müller-Eschenbach
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