Phänomen Heilung

Kapitel 4

Das 'kleine Bewusstsein'

Erweiterung ermöglicht Veränderung

Das Leben ist für uns Menschen als Spiel angelegt, um möglichst vielfältige Erfahrungen zu machen. Doch begrenzen wir uns selbst? Wir spielen in einer Realität, die wir uns setzen – einer fühlbaren, wahrnehmbaren, materiellen Realität. Aber mit der Einschränkung auf diese Realität, die wir hier mit unseren „normalen“ Sinnen wahrnehmen können, schränken wir gleichzeitig uns selbst ein. Wir schränken uns ein auf die ersten drei Seelenebenen – die für Körper, Gefühle und Denken stehen. Teilweise erlauben wir auch nur Erkenntnisse, die sich aus sichtbaren und spürbaren Beweisen ergeben, also wissenschaftlich reproduzierbar sind.

Wir haben aber Anteil an zwölf Seelenebenen, die uns im Spiel des Lebens erlauben, in weit mehr Dimensionen zu wirken, als wir uns – normalerweise – zugestehen.

Wir können uns unsere ersten drei Seelenebenen symbolisch auch als ein Dreieck vorstellen. Die Größe des Dreiecks und das Verhältnis seiner Schenkel zueinander beschreiben die Art des Funktionierens dieser drei Ebenen. Diese Art des Funktionierens möchten wir als Erstes beschreiben, bevor wir uns mit der Frage beschäftigen, wie das Dreieck modifiziert werden kann, um die Beschränkung zu überwinden.
Je kleiner das Dreieck, umso kleiner und enger das Bewusstsein. Je größer das Dreieck, umso größer und losgelöster ist das Spiel zwischen diesen Ebenen, umso größer wird unsere Lernfähigkeit und umso größer werden unsere Wahlmöglichkeiten auf diesen Ebenen sein.
Würden die drei Ebenen gleichmäßig miteinander arbeiten, würde zwar die Begrenzung bestätigt, aber es würden noch keine Verletzungen der Ebenen ersichtlich sein. Alle drei Ebenen können aber auch unterschiedliche Macht ausüben und sich damit gegenseitig unterdrücken. Je nachdem, wie stark die Konzentration auf eine einzelne Ebene ist, kommt es zu einer Verschiebung der ursprünglichen Gleichschenkeligkeit des Dreieckes. Sobald eine der drei Ebenen dominiert, müssen die anderen Ebenen nachziehen, um im Gleichgewicht zu bleiben, was aber selten der Fall ist.
Ideal wäre es, wenn alle drei Ebenen gleich stark ausgeprägt sind und das Dreieck damit gleichschenkelig bleibt. Ist dies nicht der Fall, sollten wir herausfinden, warum dies so ist.

Ein Mensch, der beispielsweise über ein großes denkendes Potenzial verfügt, aber nur ein kleines Gefühls-Potenzial hat, sollte sich selbst gestatten, mehr Erfahrungen an Gefühlen zuzulassen, damit sich diese Ebene stärken und abrunden kann. Wenn die Gefühlsebene zu stark ausgeprägt ist, können der Körper oder das Denken durch dieses Ungleichgewicht in Not kommen. Sind das Denken und das Gefühl gegenüber dem physischen Körper zu stark in ihrer Ausprägung, wird der Körper überfordert.

Wenn wir strikt bei dieser Realität – in diesen drei Ebenen – bleiben, geben wir uns allerdings keine Chance, eine neue Position einzunehmen und parallel existierende Phänomene wahrzunehmen. Sie erlauben sich dann zum Beispiel nicht, das feinstoffliche Leuchten der Farben der Seele zu erkennen oder Wesen wahrzunehmen, die mit Ihnen einen Kontakt aufbauen könnten, der Ihnen gut tun würde.
Es bedarf daher der Bereitschaft, das „kleine Bewusstsein“, das durch die ersten drei Seelenebenen beschränkt ist, zu öffnen, damit Ihnen ein Zugang, ein Zulassen, Erkennen und Erspüren des Digitalen – göttlichen – Bewusstseins in Ihrer Seele möglich wird.

Vergessen Sie nicht, dass das Dreieck, das „kleine Bewusstsein“, nur Sinnbild für unsere freiwillige Beschränkung auf diese ersten drei Seelenebenen ist und ein Hinweis darauf, dass wir die dritte Ebene und die Dimensionen hier oft nicht verlassen.

Wir können uns also darüber klar werden, dass wir es selbst sein müssen, die die innere Öffnung wollen und wünschen – zu Gunsten eines größeren Glanzes in uns, einer größeren Freude, einer höheren Zufriedenheit und Hoffnung. Wir können verstehen, dass wir es ganz alleine sind, die diese Fesseln sprengen müssen und dabei Kritiksucht, Eigenwilligkeit, Rechthaberei und Lustlosigkeit loslassen dürfen. Wir müssen für uns selbst erkennen wollen und dürfen, dass wir uns den Zugang zur eigenen Kraft in uns selbst erobern mit dem Bewusstsein, dass dieser uns nur auf unserem Weg verloren gegangen sein muss. Diese Gewissheit unterstützt uns dabei, die Enge unseres Dreiecks zu durchbrechen.

Diese Begrenzung durch das „kleine Bewusstsein“ geht gleichzeitig in zwei Richtungen: Denn die Enge begrenzt sowohl unsere Fähigkeit, nach innen zu gehen, als auch unsere Fähigkeit, nach außen zu gehen. Dadurch wird unser Bewusstsein von beiden Seiten angehalten. Das bedeutet, wir verweigern uns die Hilfe von innen und außen gleichzeitig. Wir erzeugen so unsere eigene Gefangenschaft durch die Begrenzung des „kleinen Bewusstseins“.

Diese Begrenzung ist nicht ursprünglich, wir haben sie uns selbst auferlegt im Laufe der Zeit. Die Ablehnung geht zurück auf die Zeit, in der man Menschen verlachte oder, weit schlimmer, verfolgte, die mehr sahen als andere. Hellsichtige Menschen, also Menschen, die mehr sehen und wahrnehmen können, wurden ausgegrenzt oder bestraft, um den Zugang zu diesen anderen Ebenen zu verhindern. Das klingt abenteuerlich, aber wenn man die Machtstrukturen im alten Europa berücksichtigt, erscheint es einleuchtend, dass der normale Mensch denken sollte, dass er klein, hilflos und dumm ist. Und über die Jahrhunderte, in denen die Menschen in dieser scheinbaren Realität lebten, wurde ihnen dann nicht mehr bewusst, dass sie alle eigentlich mehr sehen (hören, fühlen und wahrnehmen) können.
Diese Verfolgungen sind zwar lange her – aber unser heutiges „kleines Bewusstsein“ filtert noch immer nach alten Mustern, nur um nicht wieder in Situationen mit Schmerz, Not, Hilflosigkeit oder Tod zu kommen, die wir in anderen Zeiten eventuell am eigenen Leib erlebt haben.

Je größer der Grad an Enge, je stärker sich ein Mensch also nur an die Begrenzung des Sichtbaren hält, umso weniger offen ist er für andere Dimensionen. Diese Enge ist vergleichbar mit einem von uns getragenem zu engen Hut, der uns daran hindert, weit zu sehen, zu hören oder zu fühlen. Unser „Hut“ existiert also gar nicht als Hut, sondern wir machen erst „einen Hut daraus“, wenn wir die ersten drei Seelenebenen nehmen und so tun, als würden nur diese existieren und nichts weiter; wir ziehen uns den Hut also über unsere Augen und sehen dann nichts mehr.
Wenn Sie diese Begrenzung lockern, dann haben Sie die Möglichkeit, auch an altes, verschüttetes Wissen zu kommen. Die Durchlässigkeit des „Hutes“ gibt Ihnen dann die Möglichkeit, dieses Wissen wunderbar in Ihr alltägliches Leben integrieren. Es geht nicht darum, den Hut „abzulegen“; es geht darum, ihn zu „durchlöchern“, zu weiten, durchsichtig zu machen und zu öffnen, um so die Begrenzung auf die ersten drei Seelenebenen zu überwinden.

Wie jede Grenze, bietet auch Ihr „Hut“ zugleich einen Schutz und eine Sicherheit. 100 Kilometer sind dann immer 100 Kilometer, nicht mehr und nicht weniger, und darauf können Sie sich verlassen. Eine Klarheit in diesem Bewusstsein gibt Ihnen ein Fundament in dieser Realität. Unser physisches System ist einfach auf dieser Ebene zu Hause, und daher sind die Abschätzung und das Erkennen der Polarität – ist es warm oder kalt, ist es hoch oder tief – auch wichtig, um uns und unser Leben in diesem Sinne zu schützen. Und diese Ebene ist auch eine wünschenswerte Ebene, die gelebt werden will, eine Ebene, die aus der Vergangenheit und Zukunft besteht, jedoch uns nicht dominieren sollte.

Doch wenn Sie die Beschränkung lösen, sich aus Verflechtungen mit der Vergangenheit befreien und „weiter“ sehen wollen, kommt es darauf an, diese weiteren Ebenen wahrzunehmen, um so in Ihrem Bewusstsein ein höheres Maß an Freiheit und Unabhängigkeit zu gewinnen.


Übung: Unabhängigkeit und Freiheit vergrößern (...)


Nach dem immer größeren „Aufsprengen“ des „kleinen Bewusstseins“ wird uns bewusst, dass unsere Seele das Grundprinzip Liebe in sich trägt. Die Liebe ist eine in allen denkbaren Variationen vorhandene Schwingung, für uns erfahrbar und fühlbar. Die Geborgenheit der Liebe, die sich durch die Übung ausdehnt und ein Anteil der Uressenz der Seele ist, bekommt nun eine Chance, die innigste göttliche Kraft zu vergrößern.

Unsere Seele fühlt die Gefühle, spürt die Gedanken und die Materie und kann auf die Enge verzichten. Wir werden uns in diesem Prozess bewusst, dass wir es sind, die einen Körper besitzen.

Aus welcher Realität werden Sie an das „kleine Bewusstsein“ herangehen? „Ich habe einen Hut auf“, sagt man, oder: „Ich denke“ – Wer ist das Ich, das denken kann? Ist das Ich mehr als das Denken? „Ich fühle“ – wer ist das Ich, das fühlt? „Ich habe einen Körper – ich kann diesem Körper Befehle geben“. Wer ist das Ich, das dem Körper den Befehl gibt aufzustehen? Wer ist dieses Ich? Wo sammelt sich das Bewusstsein, dass sich das Ich beschreiben kann, als etwas, das ein „Ich“ ist?

Übung: Wer ist das ICH eigentlich? (...)

© 2008 von Yashi Kunz und Gordon Müller-Eschenbach
Alle Rechte vorbehalten. Keine Kopie, Speicherung und Verbreitung ohne schriftliche Zustimmung der Autoren

Das Buch ist erhältlich in unserem  Shop oder im Buchhandel (ISBN: 978-3-939895-03-9)

Ein Dreieck symbolisiert die Beschränkung (Quelle: Phänomen Heilung von Yashi Kunz u. Gordon Müller-Eschenbach, 2008)
Ein Dreieck symbolisiert die Beschränkung (Quelle: Phänomen Heilung von Yashi Kunz u. Gordon Müller-Eschenbach, 2008)
Gleichschenkeliges und nicht-gleichschenkeliges Dreieck symbolisieren den Grad der ausgeglichenheit der Ebenen (Quelle: Phänomen Heilung von Yashi Kunz u. Gordon Müller-Eschenbach, 2008)
Gleichschenkeliges und nicht-gleichschenkeliges Dreieck symbolisieren den Grad der ausgeglichenheit der Ebenen (Quelle: Phänomen Heilung von Yashi Kunz u. Gordon Müller-Eschenbach, 2008)
Ein Mensch mit engem "Hut", bei dem entsprechend die höheren Ebenen nicht voll entfaltet sind (Quelle: Phänomen Heilung von Yashi Kunz u. Gordon Müller-Eschenbach, 2008)
Ein Mensch mit engem "Hut", bei dem entsprechend die höheren Ebenen nicht voll entfaltet sind (Quelle: Phänomen Heilung von Yashi Kunz u. Gordon Müller-Eschenbach, 2008)
Beim "großen ich" können sich alle Seelenebenen mit einbringen (Quelle: Phänomen Heilung von Yashi Kunz u. Gordon Müller-Eschenbach, 2008)
Beim "großen ich" können sich alle Seelenebenen mit einbringen (Quelle: Phänomen Heilung von Yashi Kunz u. Gordon Müller-Eschenbach, 2008)
Ein Mensch mit weitem, durchlöchertem Hut, der Licht durchlässt und damit das Potnénzial aller Seelenebenen zulässt (Quelle: Phänomen Heilung von Yashi Kunz u. Gordon Müller-Eschenbach, 2008)
Ein Mensch mit weitem, durchlöchertem Hut, der Licht durchlässt und damit das Potnénzial aller Seelenebenen zulässt (Quelle: Phänomen Heilung von Yashi Kunz u. Gordon Müller-Eschenbach, 2008)

(...Fortsetzung:)

Unser „kleines Ich“ ist das Bewusstsein der ersten drei Seelenebenen mit dem individuellen Ich des Körpers, der Gefühle und Gedanken. Das „große Ich“ beschreibt sich selbst aus der vierten bis zwölften Seelenebene und ist der unbegrenzte, neutral beobachtende Anteil der Seele. Dieser Anteil hat eine große Weite, ist zwanglos, unabhängig und frei und besitzt einen weiten, unbegrenzten Überblick. Die Erfahrung reichen bis in die Multidimensionalität jenseitiger Wahrnehmungen.Wer sich in diesen Ebenen länger aufhält, empfindet es als eine sich selbst auferlegte Gefangenschaft, wenn man sich in einem nur vom „kleinen Ich“ bestimmten Leben aufhält. Sich auf das „kleine Ich“ zu beschränken, erschafft Enge und damit Angst. Was soll es für einen Sinn haben, wenn ein Mensch mit einem großen erweiterten Hut spielen könnte, dies aber nicht tut, da er aus Lust am Drama in der Enge, in der Kleinkariertheit, Theater spielen will? Wenn er in seiner Begrenzung auf die Polarität glücklich ist und sich über diese Realität freut, dann wäre es in Ordnung – sobald er aber unglücklich und unzufrieden ist, dann schnürt die Begrenzung ein. Dennoch müssen wir respektieren, dass auch dies die freie Entscheidung eines jeden Menschen ist. Wir können diese Beschränkung lösen, indem wir innerlich unser Bewusstsein erhöhen, dass wir eine Seele haben. Dies bedeutet, sich zu erinnern, dass die Seele unseren Körper nährt – dass dieser Körper und unsere Zellen nur existieren können durch die Seele. Es bedeutet, sich gewahr zu werden, dass das Leben das Ziel hat, vielfältigste Erfahrungen in verschiedensten Dimensionen und Themen zu machen. Es bedeutet, sich bewusst zu machen, dass unsere Seele eine Empfindung ist, die mit der Liebe am deutlichsten wird und mit der Uressenz der Seele die Grundkapazität Liebe in allen denkbaren Variationen und unterschiedlichen Schwingungen aufweist, die für uns auch erfahrbar und fühlbar sind. Unser „Hut“ wird immer da sein, doch es ist wichtig, an ihm und seiner Weite zu arbeiten – ihn nicht abzusetzen, sondern zu durchdringen, flexibel zu machen und zu lockern. Der Hut ist dann zu eng und hat eine zu dicke Wand, wenn der Mensch engstirnig ist und die eigenen Überzeugungen und die (Gefühls-)Erfahrungen eine Art Ablagerung und Verhärtung entstehen lassen, die die Seele und den Geist am freien Fließen behindern.

Übung: Die Fesseln des „kleinen Bewusstseins“ sprengen (...)


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